Archiv: Allgemein

Mit Kindern über Rassismus sprechen

Das Recht aller Kinder auf Nicht-Diskriminierung wird alltäglich (und sicher nicht immer bewusst) verletzt. Ein anschauliches Beispiel dafür ist z. B. der „Hautfarbe“-Stift. Das greift auch das neue Buch „Gib mir mal die Hautfarbe – Mit Kindern über Rassismus sprechen“ auf. Die Autorinnen Olaolu Fajembola und Tebogo Nimindé-Dundadengar zeigen darin anhand vieler Hintergrundinformationen, Beispiele und Checklisten wie es gelingen kann, Fallstricke zu erkennen und anzugehen. Welche rassistischen und diskriminierenden Symbole verstecken sich in Kinderliedern, Büchern und Spielen? Wo handele ich selbst rassistisch, auch wenn ich das gar nicht will? Die angeborene Neugierde und der ausgeprägte Gerechtigkeitssinn der Kinder sind dabei die perfekte Voraussetzung, ihnen zu zeigen, dass zwar nicht alle Kinder gleich, aber alle gleichwertig sind und die gleichen Rechte haben. Eine abspulte Empfehlung für Lehrkräfte, Kita-Fachkräfte und natürlich Eltern und alle anderen Interessierten.

PS: Zu dem Thema lohnt sich auch ein Reinlesen in den Blog-Artikel „Alle Kinder haben die gleichen Rechte. Kein Kind darf benachteiligt werden“ von Christa Kaletsch, 2. Vorsitzende von Makista. Sie illustriert die alltägliche Relevanz des Gleichheitsprinzips der UN-Kinderrechtskonvention und gibt Stichworte sowie Beispiele zu ihrer Funktionsweise – auch hier findet sich die gelungene Illustration „Kann ich mal die Hautfarbe“ von Jörg Mühle, die das Cover des oben empfohlenen Buches zeigt.

Kinderrechte Champion! – Für Kinderrechte im Bundestag

Die Kampagne #KinderrechteChampion wurde von zehn Kinderrechtsorganisationen gestartet, um die Kinderrechte bei der Bundestagswahl im September 2021 auf die Agenda zu setzen und langfristig zu stärken. Die Kampagne geht auch über den Wahltag hinaus: Bundestagskandidat*innen und Abgeordnete des neuen Bundestages können sich weiterhin der Aktion anschließen, um sich im neu gewählten Bundestag für die Umsetzung der Kinderrechte einzusetzen.

Alle #KinderrechteChampion wollen in der kommenden Legislaturperiode die Beteiligung von Kindern fördern, Investitionen in Bildung stärken sowie Kinderarmut und Ungleichheit bekämpfen. Fortschritte in diesen Bereichen sind dringend notwendig, um die Kinderrechte in Deutschland und weltweit zu verwirklichen und Kindern eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen.
Eine vollständige Liste der mitwirkenden Kandidat*innen und weitere Informationen zur Kampagne finden Sie auf der Website: kinderrechtechampion.de und die Pressemitteilung

Die HSG Hanau macht sich stark für Demokratieförderung im Sport

Am 12.09.21 startete der Sportverein HSG Hanau sein Demokratie-Projekt im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.Spiel und Spaß bei der Auseinandersetzung mit Kinderrechten und Demokratie standen im Mittelpunkt. Makista e.V. begleitete diesen Prozess und stand inhaltlich zur Seite. Die Kinder und Jugendlichen gestalteten große Leinwände und Banner für die drei Hanauer Sporthallen. Außerdem wirbt der Slogan des Programms „Demokratie leben!“ ab sofort auf den Trikots der Handballer*innen für ein wertschätzenden Miteinander im Sinne der Menschenrechte. Weitere Informationen finden Sie hier.

Podiumsdiskussion zum Demokratieförderprojekt „DABEISEIN in den Gießener Lahntälern“

Das Demokratieförderprojekt „DABEISEIN in den Gießener Lahntälern“ führte am Dienstag durch die dritte von insgesamt 8 Podiumsdiskussionen der Reihe „Jugenddialoge“. Die Veranstaltungsreihe, die das Ziel hat die Ergebnisse des 16. Kinder- und Jugendberichts mit den Betroffenen vor Ort zu diskutieren, widmete sich diesmal der Frage, wie Kinder bereits im Kindergarten beteiligt werden und demokratische Umgangsformen gemeinsam mit den Kindern entwickelt werden können. Auf dem Podium des Bürgerhauses in Allendorf (Lda.) diskutierten Jennifer Seidler, stellvertretende Bereichsleitung Kindertagesstätten der Lebenshilfe Gießen, Karin Müller-Kubatz, Leiterin der Kita „Am Edelgarten“ in Treis, Cornelia Börger, Leiterin der Kita Kunterbunt in Lollar und Hannah Abels von Makista.

Hinsichtlich der pädagogischen Haltung, Kinder altersentsprechend an Entscheidungen zu beteiligen und einen partnerschaftlichen, wertschätzenden Umgang mit den Kindern zu pflegen, herrschte Einigkeit auf dem Podium. Eine Kultur von Verhaltensanweisungen sei der falsche Weg. Vielmehr gelte es die Meinung von Kindern bei Entscheidungen mit einzubinden. Sätze wie „Dafür bist du noch zu klein.“ sollten nicht die Reaktion auf die Fragen der Kinder sein. Hannah Abels verwies an dieser Stelle auf die UN-Kinderrechtskonvention und das Recht auf Information. Neben der pädagogischen Haltung zeigten sich aber auch strukturelle Bedarfe, die für eine gelingende demokratische Bildung von Nöten seien. Ein Diskussionspunkt waren dabei die Arbeitsbedingungen von Erzieherinnen und Erziehern. Eine bessere Bezahlung sei notwendig, damit sich mehr Menschen für diesen Beruf entscheiden und die KiTa-Betreuung nicht durch fachfremdes Personal in der Qualität sinke. Auch der Wunsch nach einer stärkeren Beteiligung der Kindertagesstätten bei politischen Entscheidungen wurde vielfach geäußert. Ein gutes Modell seien beispielsweise pädagogische Bereichsleitungen in den Kommunalverwaltungen, die neben der Verwaltungsbrille auch die pädagogische Brille aufhätten. Anhörungen in Parlamentsausschüssen seien ein weiterer Weg.

Von Moderator Andreas Schaper nach ihren Wünschen gefragt, fiel den Diskutantinnen einiges ein: stärkere Beteiligungsmöglichkeiten der Kitas an kommunalen Entscheidungsprozessen und das Einbeziehen der konkrete Lebenswirklichkeit von Kindern in den einzelnen Kommunen etwa. Oder bessere zeitliche und personelle Ressourcen für eine Vernetzung von KiTa-Personal auf der Fachebene. Isabella Hercher, von der Koordinations- und Fachstelle des DABEISEIN-Projekts, zieht aus der folgendes Fazit: „Viele KiTas im Nordkreis Gießen sind in Sachen Kinderrechte und demokratischer Bildung bereits auf dem Weg. Dieser Weg braucht jedoch gute Rahmenbedingungen. Und diese müssen von der Politik geschaffen werden.“ Ein erster Schritt wurde am Abend bereits getan: DABEISEIN sicherte zu, die Förderung des Austauschs zwischen den Einrichtungen, aber auch mit der Kommunalpolitik zu unterstützen.

Quelle: www.heusenstamm.de

Kunstprojekt einer Kinderrechteschule

Große bunte Figuren präsentieren seit diesem Sommer am Zaun der Anne-Frank-Grundschule Hanau verschiedene Kinderechte. Das Recht auf Mitbestimmung, das Recht auf Privatsphäre oder das Recht auf Zuflucht werden hier unter anderem vorgestellt. Die Figuren sind das Resultat des Kunstprojekts „Mensch ist Mensch – Was heißt das für uns Kinder?“, das von der Schulsozialarbeiterin Ilona Ostheimer initiiert wurde. Umgesetzt hat es der Förderverein der Schule mit Kindern und Erwachsenen und der Leitung von der Künstlerin Sanja Zivo in Kooperation mit AWO Stadtverband Hanau e.V. und Demokratie leben! Hanau. Die Anne-Frank-Schule ist seit 2018 im hessischen Modellschulnetzwerk für Kinderrechte und Demokratie aktiv. Makista begleitet diesen Prozess zur kindgerechten, demokratischen und diskriminierungsfreien Schule und vernetzt Schulen hessenweit. Das Kunstprojekt hat Bildungsreferentin Sarah Tabatabai von Makista unterstützt.