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13. Hessischer Demokratietag – Demokratie – Was uns bewegt!

Der Demokratietag am 19. Mai 2022 an der Geschwister-Scholl-Schule in Bensheim will ein Zeichen setzen für Frieden, Menschenrechte, Vielfalt, Toleranz und Gleichberechtigung. Eingeladen sind Lehr- und Fachkräfte sowie Jugendliche aus hessischen Schulen. Was uns in einer Demokratie bewegt und was wir selbst bewegen können, wird in verschiedenen Präsentationen, Workshops und Gesprächen ausgetauscht. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den demokratiebezogenen Projekten hessischer Schulen und anderer Bildungseinrichtungen, die 2021/22 am Bundeswettbewerb Demokratisch Handeln teilgenommen haben. Das gegenseitige Kennenlernen und der Austausch darüber sollen uns alle ermutigen, auch weiterhin aktiv zu werden und für demokratische Werte einzustehen – in Deutschland, Europa und überall in der Welt.

Informationen zum Programm und zur Anmeldung

Neue Kinderrechteschulen ausgezeichnet – Aufnahme in das Schulnetzwerk für Kinderrechte und Demokratie Hessen

„Sie machen die UN-Kinderrechtskonvention lebendig und haben sich mitten in Zeiten der Corona-Pandemie auf den Weg gemacht, sich als Kinderrechteschule weiter zu entwickeln. Darauf können Sie stolz sein!“ Die Vorsitzende des Frankfurter Vereins Makista, Christa Kaletsch, sowie der Leiter des Projekts des Hessischen Kultusministeriums „Gewaltprävention und Demokratielernen“ (GuD), Dr. Bernt Gebauer, würdigen mit diesen Worten die Schulleitungen, Lehrkräfte und pädagogischen Fachkräfte, die stellvertretend für ihre Schule das Schild zur Auszeichnung als Kinderrechteschule am 17. März 2022 in Frankfurt entgegennehmen. Die Grundschule Fuldatal-Simmershausen, Grundschule Innenstadt Rüsselsheim, Haingrabenschule Butzbach (GS), Hausbergschule Butzbach (GS) und die Mosaikschule Frankfurt (Schule mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung) haben das im November 2020 begonnene Ausbildungsprogramm „Auf dem Weg zur Kinderrechteschule“ abgeschlossen und engagieren sich auch in Zukunft weiter: Sie werden Teil des Schulnetzwerks für Kinderrechte und Demokratie Hessen, das seit 2010 unter Leitung von Makista aktiv ist. Auf Grundlage der in Deutschland seit 1992 geltenden UN-Kinderrechtskonvention gestalten die darin Engagierten kindgerechte, demokratische, diskriminierungsfreie und weltoffene Schulen. Orientierung geben dabei die Prinzipien Gleichheit, Schutz, Förderung und Partizipation.

Was es bedeuten kann, Kinderrechte lebendig zu machen, zeigen die von den Schulen zu dem Vernetzungstreffen mitgebrachten Einblicke in ihren Schulalltag: Auf einem kollegiumsinternen digitalen Padlet werden pädagogische Strukturen und Projekte einzelnen Kinderrechten zugeordnet und so der Blick auf deren Relevanz geschärft. Alle Kinder beschäftigen sich in kreativen Malprojekten mit ihren Rechten. Das Wissen um die Kinderrechte stärkt die Schüler:innen, u. a. wenn diese verletzt werden. Klassensprecher:innen fordern z. B. mit einem Brief an die Schulleitung ihr Recht auf Mitbestimmung ein, als der Schulhof umgestaltet wird. Die Nutzbarkeit der Schultoilette wird im Kollegium mit explizitem Bezug zum Recht aller Kinder auf Privatsphäre reflektiert und in einem partizipativen Prozess mit den Schüler:innen angepasst. Nicht zuletzt werden die Kinderrechte an allen Schulen sichtbar gemacht – durch Kunstwerke am Eingang oder Schaukästen. Das erinnert alle an Schule Beteiligten, Eltern und Kooperationspartner immer wieder an die Verpflichtung, Kinder in ihren Rechten zu fördern.

In Hessen ist das Netzwerk der Kinderrechteschulen ein wichtiger Multiplikator für die Realisierung der Kinderrechte in Bildungseinrichtungen und darüber hinaus. Die Schulen beteiligen sich an Veranstaltungen wie dem Hessischen Demokratietag oder engagierten sich für die Aufnahme der Kinderrechte in die Hessische Landesverfassung sowie die Erarbeitung der Kinder- und Jugendrechte-Charta und ihre Umsetzung. Das Team von Makista unterstützt die Schulen durch individuelle Entwicklungsgespräche, Studientage für das Kollegium, Fortbildungs- und Vernetzungstreffen sowie Praxismaterialien.

Das Netzwerk ist Teil des Projekts „KindGeRecht“, das aktuell im Landesprogramm „Hessen – aktiv für Demokratie und Extremismus“ gefördert wird. Kooperationspartner ist das HKM-Projekt „Gewaltprävention und Demokratielernen“ (GuD). Vernetzungen bestehen außerdem mit den Kinderrechteschulprogrammen von UNICEF Deutschland und dem Deutsche Kinderhilfswerk.

Weitere Informationen zum Schulnetzwerk für Kinderrechte und Demokratie Hessen finden sie hier.

Gemeinsamer Appell des Netzwerks Kinderrechte für die Kinder auf der Flucht

Als Mitglied den Netzwerks Kinderrechte fordern wir gemeinsam mit weiteren rund 100 Organisationen: Kinderrechte müssen bei der Aufnahme und Integration von geflüchteten Kindern aus der Ukraine umfassend berücksichtigt werden. Ziel der Bemühungen muss sein, sichere Orte für Kinder und ihre Familie zu schaffen! Aber auch Kinder und Jugendliche, die selbst nicht unmittelbar bedroht sind, aber sich möglicherweise angesichts der Nachrichten Sorgen und Ängste entwickeln, benötigen Gesprächsangebote und verlässliche Ansprechpartner*innen z.B. in Schule, Familie oder anderen pädagogischen Settings.

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Neue Arbeitshilfe: Selbstevaluation zur Umsetzung der Kinderrechte in der Kindertagesbetreuung

In der Reihe „Kinderrechte stärken!“ gibt der Paritätische eine weitere unterstützende Broschüre für die Verwirklichung der Kinderrechte im Alltag der Kita heraus. Pädagogische Fachkräfte, Kindertagespflegepersonen können mit der dort beschriebenen Selbstevaluation sich und ihren Kita-Alltag mit Blick auf die Kinderrechte reflektieren – und erhalten Ideen, aktiv dazu beizutragen, die Interessen der Kinder in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu stellen.
Das Projekt „Partizipation und Demokratiebildung in der Kindertagesbetreuung“ bietet weitere hilfreiche Filme und Materialien rund um die Umsetzung der Kinderrechte in der Kindertagesbetreuung.

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Fachtag „KindgeRecht werden!“

Die Evangelische Akademie Hofgeismar und Makista laden zum Fachtag „KindgeRecht werden! Kinderrechte in Schule und Kita“ am 24. Mai 2022 (10 bis 16 Uhr, Haus der Kirche Kassel) ein. Dort widmen wir uns kindgerechten Ansätzen in der pädagogischen Arbeit, suchen nach Beteiligungsmöglichkeiten die konsequent die Kinder und ihre Belange im Blick haben und nach Mut machenden Perspektiven, für das weitere, kinderrechtsbezogene Handeln.

Ein pädagogischer Ansatz, der an den Kinderrechten orientiert ist, schützt und stärkt die Kinder, fördert ihre Verantwortungsübernahme, Empathie und Kreativität. Er bietet aber auch Lehrer:innen, Erzieher:innen und Erziehungsberechtigten Halt und Orientierung. Wie können pädagogische Fachkräfte die Beteiligung der Kinder gestalten und dabei alle gut im Blick behalten? Wie kann sich die pädagogische und politische Arbeit der Einrichtungen durch einen Prozess der Kinderrechtsbildung verändern und welche Teamentwicklungsprozesse sind dazu notwendig?

Die nun über zwei Jahre anhaltende Corona-Pandemie hat uns noch einmal mehr verdeutlicht, wie wichtig es ist, Kinder in ihrer Expertise wahrzunehmen und ihre Lösungskompetenz einzubeziehen. Ein Wegweiser dafür ist z. B. das von der Kinder- und Jugendrechtebeauftragten des Landes Hessen herausgegebene Magazin „Wie geht es euch?“, das Porträts einzelner Kinder sowie Ergebnisse der hessischen JuCo II -Studie enthält.

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