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HeusenStamm der Kinderrechte

Passend zum Weltkindertag steht seit dem 20.9.21 der „HeusenStamm der Kinderrechte“ am Torbau in der Frankfurter Straße in Heusenstamm. Jahn Scheel von der Kinder- und Jugendförderung hatte mit Marie, Laura, Leonie und Amelie noch die letzten Schilder angebracht, bevor das Kunstwerk gemeinsam mit Bürgermeister Halil Öztas „freigegeben“ werden konnte. „Pandemie-bedingt war es uns im letzten und in diesem Jahr leider nicht möglich, unser beliebtes Kinderrechtefest durchzuführen. Trotzdem wollten wir die Bedeutsamkeit der Kinderrechte nicht unter den Tisch fallen lassen und haben uns mit dem HeusenStamm eine coole, alternative Aktion ausgedacht“, sagt Scheel.

Der HeusenStamm, der bis Ende des Jahres am Torbau stehen und hoffentlich für viel Aufmerksamkeit sorgen wird, ist gespickt mit vielen bunten Kinderrechte-Schildern, die im Vorfeld von Kindern der hiesigen Schulkindbetreuungen und der Kinderburg liebevoll gebastelt und bemalt wurden. Am unteren Ende des HeusenStamms ist zudem ein Wunschbriefkasten angebracht, in den Kinder ihre Wünsche und Fragen zu Kinderrechten in geschriebener, gebastelter oder gemalter Form einwerfen können. Das Juz-Team wird jeden einzelnen Brief sichten, die geäußerten Gedanken, Anregungen und Fragen bündeln und die gewonnenen Erkenntnisse verarbeiten – Heusenstamm soll schließlich nachhaltig eine Stadt der Kinderrechte werden.

Unterstützt und begleitet wird die Aktion vom gemeinnützigen Verein Makista e. V. aus Frankfurt. Im Projekt „KindGeRecht“, das durch das Landesprogramm „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ gefördert wird, kooperieren Verantwortliche der (früh)kindlichen Bildung mit Makista, um individuelle Wege zu finden, Kinderrechte in den Einrichtungen und in der Öffentlichkeit lebendig und sichtbar zu machen. Im März dieses Jahres hatte sich auf Initiative der pädagogischen Leitung im Rathaus ein Arbeitskreis „Kinderrechte in Heusenstamm“ gebildet.
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Das Übereinkommen über die Rechte des Kindes, kurz Kinderrechtskonvention, wurde am 20. November 1989 von der UN-Generalversammlung angenommen und trat am 20. September 1990 in Kraft. Beim Weltkindergipfel im selben Jahr verpflichteten sich die Regierungsvertreter*innen aus der ganzen Welt zur Anerkennung der Konvention. Sie hat die größte Akzeptanz aller UN-Konventionen und legt wichtige Standards zum Schutz der Kinder weltweit fest. Die elementaren Grundrechte beinhalten das Überleben und die Entwicklung, das Nicht-Diskriminieren, die Wahrung der Interessen der Kinder sowie deren Beteiligung. Als Kinder gelten für Deutschland alle Menschen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

1992 wurden die Kinderrechte in Deutschland ratifiziert, und (erst) im Jahr 2019 wurden sie in die Hessische Verfassung aufgenommen und so rechtlich verankert. Trotzdem gibt es Kritik an der Umsetzung der Kinderrechte in unserem Land. Beispiele: Bis dato wurden die Kinderrechte nicht im Grundgesetz aufgenommen. Notwendig wären auch Änderungen im Asyl-, Aufenthalts- und Sozialrecht, damit beispielsweise Flüchtlingskinder in Deutschland ebenfalls gleiche Rechte erhalten.

Die ersten Schritte von Seiten des Gesetzgebers sind zwar getan, aber dennoch sind die Kinderrechte tendenziell eher unbekannt. Um die Bürgerinnen und Bürger immer wieder darauf hinzuweisen, wie wichtig und unablässig die Kinderrechte für die Zukunft einer Gesellschaft sind und welchen Stellenwert sie konkret in Heusenstamm einnehmen, richtet die Stadt jedes Jahr das Kinderrechtefest – oder wie in diesem Jahr eine alternative Aktion – aus.

Ich – Du – Wir: Wir alle für Kinderrechte

Rund 1.000 kleine bunte Kinderrechte-Häuser ergeben ein großes: Das Bildmosaik zum Jahr der Kinderrechte ist das Ergebnis einer Malaktion vieler (Kinderrechte-)Schulen aus ganz Hessen. Es symbolisiert ein gemeinsames Ziel: Kinderrechte im Schulalltag sichtbar zu machen und umzusetzen. Die Kinder und Jugendlichen haben mit ihren Lehrkräften über ihre Wünsche und Rechte gesprochen und sich ganz individuell damit auseinandergesetzt: Welche Rechte stehen in der UN-Kinderrechtskonvention und welche wären mir darüber hinaus wichtig? Im Ausmalbild „Haus der Kinderrechte“ verstecken sich zehn wichtige Kinderrechte zu Themen wie Nicht-Diskriminierung, Privatsphäre, Schutz oder Mitbestimmung. Außerdem kreierten die Schülerinnen und Schüler ganz eigene zusätzliche Kinderrechte-Wünsche. Z. B. ein Recht auf Ruhe, auf wütend sein oder darauf, sich so anzuziehen, wie man möchte. Viele einzigartige Kunstwerke sind entstanden und zeigen, wie wichtig es ist, Kinder nach ihren Bedürfnissen zu fragen und ihnen (in der Schule) Raum zu geben, diese zum Ausdruck zu bringen. Auf den Schul-Websites und in den Gebäuden sollen die Bilder und Statements immer wieder an die Rechte der Kinder erinnern und Gespräche darüber anregen – jetzt, im Jahr der Kinderrechte, im Rahmen der anstehenden Bundestagswahl und in Zukunft!

Makista e.V. hat das Projekt gemeinsam mit dem Modellschul-Netzwerk für Kinderrechte und Demokratie Hessen initiiert und umgesetzt. Gefördert ist es über das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HMSI). Die Malvorlagen und Illustrationen kommen aus der Agentur von Zubinski.

Hier finden Sie noch weitere Informationen und Impressionen aus dem Projekt.

Im Blog „Die UN-Kinderrechtskonvention in Hessen – aus der Sicht von…“ kommen darüber hinaus bis zum 20. November Schüler*innen(vertretungen) aus zwei Kinderrechteschulen und Jugendliche aus einer kommunalen Jugendvertretung zu Wort und knüpfen an die im Projekt Bildmosaik gesammelten Kinderrechte-Wünsche an.

„Kinder müssen Dinge selbstständig machen dürfen.“

„Für mich ist wichtig, dass alle Kinder die gleichen Rechte haben. Jeder sollte so sein dürfen wie er mag.“

„Ich wünsche mir mehr Aufmerksamkeit für Kinder in Not.“

„Mein Kinderrechte-Wunsch ist ein Recht auf Aussehen wie man will.“

„Gegen Rassismus! Mir ist wichtig, dass weiße und schwarze Menschen gleichbehandelt werden.“

An der Aktion beteiligte Schulen:  Adolph-Diesterweg-Schule Gladenbach, Albert-Schweitzer-Schule Langen, Andersenschule Darmstadt, Gebeschusschule Hanau, Goetheschule Wiesbaden Biebrich, Grundschule Fuldatal-Simmershausen, Grundschule Innenstadt Rüsselsheim, Gutenbergschule Darmstadt Eberstadt, Haingrabenschule Butzbach, Hans-Quick-Schule Bickenbach, Hausbergschule Butzbach , Mosaikschule Frankfurt, Salzbödetal-Schule Lollar, Sophie von Brabant Schule Marburg, Wilhelm-Hauff-Schule Darmstadt Eberstadt

Wie geht es euch? Publikation zum Jahr der Kinderrechte Hessen und Corona

Junge Menschen aus Hessen und ihr persönliches Erleben der Corona-Pandemie sind Dreh- und Angelpunkt der neuen Publikation „Wie geht es euch?“ der Hessischen Kinder- und Jugendrechtebeauftragten, Miriam Zeleke, und dem Sozialministerium Hessen, die anlässlich des Weltkindertags erscheint. Was Kinder und Jugendliche brauchen, wissen sie am besten selbst. Auch wenn es nun darum geht, die Krise zu überwinden und zu lernen „Es ist mir wichtig zeigen, wie Kinder und Jugendliche die letzten Monate erlebt haben“, so Zeleke. Das Magazin vereint Textporträts (durchgeführt von Makista) sowie Fotos (geshootet von Lottermann&Fuenetes) sechs junger Menschen und die Sekundäranalyse der hessischen Daten der JuCo II-Studie.

Verfügbar ist das Buch als Download oder auf Anfrage im Büro der Kinder- und Jugendrechtebeauftragten.

Außerdem lohnt sich ein Blick in die Instagram-Accounts kinderrechte.hessen oder makista_ev: Hier werden ab dem 20.9. regelmäßig kleine Videos mit Fotos und Zitaten der beteiligten Kinder und Jugendlichen gezeigt.

Butzbach startet Kinderrechte-Aktion

Kinderrechte sind in Butzbach lebendig! Durch aktive Kinder und Erwachsene, an vielen Orten, auf Plätzen, in Vereinen, Kitas und Schulen. Wer Lust hat, mehr zu erfahren, kann sich ab September auf der Website www.kinderrechte-butzbach.de und in Butzbach selbst auf die Spuren der Kinderrechte begeben und mitgestalten: Im Aktionszeitraum vom 18. September (Kindersamstag auf dem Marktplatz zum Weltkindertag) bis zum 20. November 2021 (internationaler Tag der UN-Kinderrechtskonvention) finden Feste, Informationsangebote und Projekte statt.

Highlight und Auftakt war der Kindersamstag anlässlich des Weltkindertags am 18. September. Im Lahntorpark beschäftigten sich vor allem die Kinder selbst mit ihren Rechten und Möglichkeiten in Butzbach. Sie konnten ihre Ideen für die Innenstadt aktiv einbringen, in dem sie ihre Lieblingsorte, Wege und Wünsche mit Stiften zu Papier bringen. Im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Lebendige Zentren“ wurde das Leitbild der Stadt Butzbach für die Kinder so übertragen, dass sie auch hier ihre Gedanken und Ideen einbringen können. Auf einen Wunsch- und Kinderrechtebaum konnten die Kinder an einen symbolischen Baum gut sichtbar ihre Anliegen und Wünsche aufhängen. Die Wissensvermittlung zur Verwirklichung der Kinderrechte übernahm Makista. Dort gab es eine Malaktion „Unser Haus der Kinderrechte“, kostenfreie Stofftaschen „Kinderrechte in Butzbach“ und es stellten sich bereits aktive Kinderrechteschulen der Stadt vor. Die Kinder durften außerdem Bürgermeister Michael Merle die bekannten „Löcher in den Bauch“ fragen.

Alle auf der Website www.kinderrechte-butzbach.de aufgelistetet Aktivitäten sind der Beginn einer langfristigen, weitreichenden Umsetzung von Kinderrechten in der Kommune. Allem voran der Einrichtung des ersten Butzbacher Kinderparlaments. Butzbach schließt sich mit den Vorhaben dem von der Hessischen Landesregierung ausgerufenen Jahr der Kinderrechte an. Die Angebote verknüpfen sich mit dem Stadtentwicklungskonzept „Butzbach bewegen“ und werden von der Gemeinwesenarbeit der Stadt Butzbach sowie Makista im Projekt „KindGeRecht“ begleitet.

Rückblick zum Kinderrechte-Kongress 2021

„aufwachsen-gerecht-gestalten. Kinderrechte in Alltag und Politik“ war der Schwerpunkt des diesjährigen Kinderrechte-Kongress am 16. und 17. September 2021. Der Kongress gab Raum über Bedeutung und Praxis der Kinderrechte zu debattieren, und kritisch danach zu fragen, was und wie Kinderrechte konkret dazu beitragen, allen Kindern ein gelingendes Aufwachsen zu ermöglichen. Expert*innen aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und pädagogischer Praxis kamen dazu online zusammen. Veranstalter war OUTLAW.die Stiftung in Kooperation mit: Landesbeauftragte für Kinder- und Jugendrechte der Hessischen Landesregierung (HMSI), Karl Kübel Stiftung, Institut für Soziale Arbeit (ISA) und Kinderrechte Institut. Rückblick, Vorträge und Bilder gibt es hier