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Den Rechtsanspruch auf Ganztag umsetzen – mit den Kinderrechten als Kompass

Die Kinderrechte verdienen bei der Umsetzung des Ganztags in Schule höchste Aufmerksamkeit. Entscheidend ist, wie Kinder den Ganztag in ihrem Alltag erleben – und ob ihre Rechte darin tatsächlich verwirklicht werden. Die neusten Forderungen und Statements der „Deutschen Liga für das Kind“ geben hierfür eine wertvolle Unterstützung:

Kinderrechte müssen den Ganztag bestimmen
Kinder haben ein Recht auf Bildung und Förderung, auf Beteiligung und Spiel, auf Erholung, Rückzug und Schutz. Ein Ganztag, der nur Betreuungszeiten im Blick hat, ohne dabei alle Kinderrechte mitzudenken, verfehlt sein Ziel. Deshalb lautet die zentrale Frage für den Rechtsanspruch: Erhalten die Kinder altersgerechte Gelegenheiten zum Lernen und Mitbestimmen, haben sie Zeit für Freundschaften und Rückzugsorte, fühlen sie sich sicher und können sie sich auf feste Bezugspersonen verlassen? Werden dabei die unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedürfnisse der Kinder angemessen berücksichtigt?

Eltern müssen einbezogen werden
Je mehr Zeit Kinder in Institutionen der Bildung, Betreuung und Erziehung verbringen, desto wichtiger ist es, auch Eltern einzubeziehen. Eine verlässliche Zusammenarbeit mit Eltern trägt dazu bei, Bildungs- und Entwicklungsprozesse der Kinder über verschiedene Lebensbereiche hinweg abzustimmen.

Fachkräfte brauchen tragfähige Rahmenbedingungen
Die Umsetzung der Kinderrechte im Ganztag braucht passende Rahmenbedingungen. Dazu gehören klare Qualitätsstandards mit angemessenem Personalschlüssel und qualifiziertem Personal,
Unterstützungssysteme für die Fachkräfte, verbindliche Schutzkonzepte und Zeit für die Kooperation mit Eltern und Trägern im Sozialraum.

Vorhandene Strukturen nutzen, Ferien mitdenken
Vielfach verfügen freie Träger, Vereine und regionale Initiativen über wertvolle Erfahrungen und Angebote. Diese sind verlässlich in Planung, Umsetzung und Qualitätsentwicklung einzubinden – auch um den Ganztag in Ferienzeiten zu sichern.

Verlässliche Angebote brauchen verlässliche Finanzierung
Kommunen benötigen eine langfristig gesicherte Finanzierung, um den Ganztag personal- und qualitätsgesichert aufzubauen. Nur so entsteht eine verlässliche hochwertige Infrastruktur für Kinder – ohne die aktuellen Lücken im Kita-Bereich.

Woran sich der Erfolg zeigen muss
Wie gut es gelingt, das Recht auf Ganztag entlang der Kinderrechte umzusetzen, muss durch kontinuierliche Evaluation und Weiterentwicklung der Angebote geprüft werden. Dabei ist die
Perspektive der Kinder auf ihr Wohlbefinden, ihre Freundschaften und ihre Lerngelegenheiten im Ganztag ein zentrales Kriterium.

Quelle: Pressemeldung Deutsche Liga für das Kind e.V. vom 12.08.2026

In Hessen stellt das Bündnis „Kindgerechter Ganztag“ wertvolle Argumente zusammen und setzt sich für die Berücksichtigung der Kinderrechte bei der Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztag ein. Mehr

Beteiligungs-Kampagne #NichtOhneUns Echt gehört. Nicht nur angehört.

Mit der Kampagne „#NichtOhneUns – Echt gehört, nicht nur angehört“ macht das Netzwerk Kinderrechte (National Coalition Deutschland) das Recht auf Beteiligung sichtbar und zeigt, wie echte Mitbestimmung gelingen kann und somit eine wichtige Voraussetzung für gelebte Demokratie wird. In den kommenden Monaten erwarten Interessierte Hintergrundwissen, Praxisbeispiele, Materialien und Veranstaltungshinweise rund um Kinder- und Jugendbeteiligung. Die Seite wächst kontinuierlich und wird regelmäßig mit neuen Inhalten ergänzt. Mehr

Einsatz für Kinderrechte sichtbar machen: Aktionsbeispiele aus aktiven Schulen in Hessen

Mit Spraydosen, Kreativität und einer klaren Botschaft setzten Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 8 der Erich Kästner-Schule Maintal ein Zeichen für Demokratie und Vielfalt. Gemeinsam mit der Künstlerin Thekra Jaziri gestalteten die Jugendlichen ein großflächiges Kunstwerk an der Schul-Sporthalle. Zum Anlass nahm die Schule den Tag des Grundgesetzes (23. Mai). Bereits im Vorfeld hatten sich die Schülerinnen und Schüler im Unterricht intensiv mit dem Demokratiebegriff auseinandergesetzt. Themen wie Freiheit, Gleichheit, Menschenrechte und Zusammenhalt standen dabei im Mittelpunkt. Die Jugendlichen sammelten hierzu eigene Gedanken, Begriffe und gestalterische Ideen. Auf Grundlage dieser inhaltlichen Impulse entwickelte die Künstlerin schließlich den finalen Graffiti-Entwurf. Mit seinen farbenfrohen Motiven und klaren Botschaften steht das fertige Graffiti symbolisch für demokratische Werte, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander. Gleichzeitig zeigt das Projekt, wie Jugendliche aktiv ihren öffentlichen Raum mitgestalten und gesellschaftliche Themen kreativ ausdrücken können.

Eine ganze Projektwoche gestaltete die Löwenherzschule Bensheim mit ihren Kindern der ersten bis vierten Klassen. Dabei waren der Flashmob in der Stadt sowie das anschließende Gespräch mit der Bürgermeisterin tolle Highlights. Zu dem Kinderrechte-Song „Ich darf das!“ des Deutschen Kinderhilfswerks und der Band Honigkuchenpferde tanzte und sang die ganze Schulgemeinschaft und setzte so ein Zeichen für Mitbestimmung, Schutz und Chancengleichheit aller Kinder.

Beide Schulen nehmen seit März 2026 an dem Ausbildungsprogramm „Auf dem Weg zur Kinderrechteschule Hessen“ von Makista teil.

Kinderrechte im Sport: Gemeinsam Kinder und Jugendliche stärken

Von Beginn an bilden die Kinderrechte mit ihren Grundprinzipien das Fundament des von der Sportjugend Hessen gegründeten Bündnisses „Safe Kids“. Die von den Vereinen benannten und von der Sportjugend weitergebildeten Ansprechpersonen für das Kindeswohl aus vielen verschiedenen hessischen Sportvereinen konnten beim diesjährigen Bündnistreffen unter dem Motto „Für euch! Mit euch! Gemeinsam Kinder und Jugendliche stärken“ über Beteiligung im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention lernen. Und sich darüber austauschen, wie das Recht auf Beteiligung, verbunden mit dem Schutz und der Förderung der jungen Vereinsmitglieder, bei ihnen gelebt wird. Hannah Abels von Makista e.V. war für einen Impulsvortrag und ein vertiefenden Workshop eingeladen und schilderte anhand von Fallbeispielen, wie wichtig es ist, Inklusion und Empowerment mitzudenken, geschützte Räume zu schaffen und die Anliegen der Kinder und Jugendlichen wirklich ernst zu nehmen, um das Vertrauen in sich selbst als Teil einer demokratischen Gemeinschaft dauerhaft zu stärken.
Einen ausführlichen Bericht und weitere Infos zu „Safe Kids“ finden sich hier.

Praxis-Tag „Zwischen Like & Hass – Antisemitismus in Sozialen Medien“

Welchen Formen von Antisemitismus begegnen jungen Menschen in den sozialen Medien? Wie können Lehrerinnen und pädagogische Fachkräfte Jugendliche dabei unterstützen, Antisemitismus im Netz zu erkennen und adäquat darauf zu reagieren? Ist Hassrede im deutschen Recht ein eigener Straftatbestand? Welche erprobten Methoden zum Umgang mit Online-Antisemitismus können in der pädagogischen Praxis angewendet werden? Und wie können Reels und TikToks von diskriminierungskritischen Content Creatorinnen auch als Microlearning-Happen im pädagogischen Alltag sinnvoll eingesetzt werden? Diesen und weiteren Fragen widmet sich der Fachtag „Zwischen Like & Hass – Antisemitismus in sozialen Medien“, der am 15. September 2026 in Frankfurt stattfinden wird. Der Fachtag ist halbtägig (12:00–18:15 Uhr) und wird von der Bildungsstätte Anne Frank und der University of Applied Sciences veranstaltet. Er ist eingebettet in die gleichnamige zweitägige Konferenz, die sich an Akteur*innen aus der Wissenschaft, Bildungspraxis und der breiten Öffentlichkeit richtet. Mehr