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Demokratie und Kinderrechte stärken: Erster Fachtag für Schülervertretungen im Kreis Bergstraße

Wie können Kinderrechte die SV-Arbeit stützen? Wie gestalten wir ein demokratisches Miteinander an Schulen? Wie wird Beteiligung inklusiv und einladend? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich Schülerinnen aus dem Schulbezirk Bergstraße-Odenwald beim ersten Demokratie- und SV-Tag am 1. Oktober 2026 in Bensheim.
Gemeinsam organisierten die AG Demokratielernen des Goethe-Gymnasiums Bensheim und die Beratungsstelle „Demokratie und Vielfalt“ im Schulamt Heppenheim den Vormittag für engagierte und interessierte Schülerinnen. Mit dabei waren auch SV-Verbindungslehrkräfte sowie weitere Pädagoginnen mit Schwerpunkt politischer Bildung und Demokratielernen, die sich austauschen und vernetzen konnten.

In fünf Workshops kamen die Kinder und Jugendlichen ins Gespräch, konnten zu einem gewählten Thema mehr erfahren und sich gegenseitig in ihrem Tun oder Vorhaben stärken. So suchten Teilnehmende beispielsweise unter Leitung von Professorinnen der Hochschule Macromedia Frankfurt nach Lösungsansätzen für die Herausforderungen einer pluralen Gesellschaft. In einem Schnupperworkshop von Fabian Salars Erbe e. V. konnten sich Grundschülerinnen mit dem Thema „Mut ist gut“ auseinandersetzen. Unter dem Titel „Kinder- und Jugendrechte kennen. SV-Arbeit stärken!“ leitete Makista einen Workshop zu den Grundlagen der UN-Kinderrechtskonvention. Dabei ging es insbesondere um die Frage, wie Kinderrechte als Kompass für die SV-Arbeit dienen und auch in schwierigen Situationen Orientierung und Unterstützung geben können.

Das Miteinander reden, Neues kennenlernen und sich vernetzen machte deutlich: Eine demokratische Schulkultur lebt davon, dass Schülerinnen ihre Rechte kennen und ihre Perspektiven einbringen können.

(Mehr Infos zum gesamten Tag und allen Workshops/ Download Flyer)

Der Tag war Teil der „KindGeRecht-Aktionswochen Kinder- und Jugendrechte“ im Kreis Bergstraße zwischen Weltkindertag (20. September) bis Tag der Kinderrechte (20. November). Engagierte Menschen aus Kinder- und Jugendarbeit sowie zivilgesellschaftlichen Initiativen, die mit Makista e.V. zusammenarbeiten, einige in der Weiterbildung „KindGeRecht-Demokratiebegleiterinnen“, machen in dem Zeitraum mit verschiedenen Aktionen auf Kinder- und Jugendrechte aufmerksam. Hier geht’s zum Programm!

Langener Demokratiewiese

Mit der „Demokratiewiese der Langener Kinder“ haben die Albert-Schweitzer-Schule und die Janusz-Korczak-Schule einen Ort für Kinderrechte in der Stadt geschaffen: Die Kinder „pflanzten“ am 21. September anlässlich des Weltkindertages selbst gestaltete Blumen auf der Grünfläche vor der Stadthalle. Sie sollen auf die Wünsche der Kinder aufmerksam machen und daran erinnern, wie wichtig Mitbestimmung, gegenseitiger Respekt, Vielfalt und das gemeinsame Gestalten unserer Gesellschaft sind. Auch in den kommenden Jahren wird der öffentliche Platz ein Aufmerksamkeitspunkt für eine lebendige Demokratie sein und darf für weitere Aktionen der engagierten Schulen genutzt werden.

Beide Schulen arbeiten bereits seit vielen Jahren im hessenweiten „Schulnetzwerk für Kinderrechte und Demokratie“ eng mit Makista zusammen. Die Idee zur Demokratiewiese entstand auf einem der gemeinsamen Netzwerktreffen im Frühjahr, in denen die Lehr- und Fachkräfte Impulse erhalten, aber vor allem Gelegenheit für den kollegialen Austausch haben. Die Schulleiterinnen Barbara Busch und Iris Radloff sowie weitere Kolleginnen beider Schulen haben sich im Anschluss um die gesamte Projektorganisation und -umsetzung gekümmert.

Das Besondere an der Initiative in Langen: die enge und erfolgreiche Zusammenarbeit von Grundschule und Förderschule mit Schwerpunkt Geistige Entwicklung. Passend zum diesjährigen Motto des Weltkindertags „Starke Kinder, starke Zukunft!“, zeigte die Aktion, wie wichtig es ist, ALLEN Kindern und Jugendlichen entsprechend ihrer Rechte zu ermöglichen, auf sich und ihre Bedürfnisse aufmerksam zu machen. Dabei hilft zum Beispiel „Unterstützte Kommunikation“ durch leicht verständliche Symbole vielen (jungen) Menschen, die keine gemeinsame Sprache haben, sich mitzuteilen und auszudrücken und „bei einer Behinderung ein selbstständiges und aktives Leben zu führen“ (Artikel 23, UN-KRK). So konnten in Langen unterschiedliche Kinder eine Wunschblume ganz nach ihren Vorstellungen und Möglichkeiten, mit Unterstützung ihrer Lehrkräfte, zur Demokratiewiese beitragen. Als zum Abschluss die Kinder beider Schulen ihre Kinderrechtelieder sangen, wurde das Gemeinschaftsgefühl noch deutlicher – das macht Hoffnung!

Um derartiges Engagement aufrechtzuerhalten werden immer wieder engagierte Kooperationspartner und finanzielle Unterstützer*innen gebraucht. Die in Köln ansässige Bethe-Stiftung, die sich in einem Förderschwerpunkt um pädagogische Maßnahmen zu Toleranz und Akzeptanz der Kulturen in Deutschland kümmert, ist so eine Verbündete. Anlässlich des 15-jährigen Bestehens des Schulnetzwerk für Kinderrechte und Demokratie Hessen startete die Stiftung gemeinsam mit Makista eine Spendenverdopplungsaktion: die Summe der erhaltenen Spenden bis zu einer Höhe von insgesamt 5.000 € wurden verdoppelt. Mit dem Geld konnten Lehr- und Fachkräfte in den Kinderrechteschulen weitergebildet, vernetzt und in demokratischen Bildungsprozessen begleitet werden. Eine wichtige Aktion, die genauso auch Öffentlichkeit für die Relevanz eines menschengerechten Miteinanders geschaffen hat!

Mehr zur Demokratie-Wiese im Online-Portal der Offenbach-Post vom 23.9.2026

KindGeRecht-Aktionswochen Kinder- und Jugendrechte starten am Weltkindertag

Mit einem achtwöchigen Aktionszeitraum begeistern engagierte Menschen aus Bensheim und dem Kreis Bergstraße gemeinsam mit Makista für eine menschenrechtsbasierte Demokratie und besonders die Rechte für alle zwischen 0 und 18 Jahren. Von Weltkindertag (20. September 2026) bis Geburtstag der UN-Kinderrechtskonvention (20. November 2026) geht es darum, Kinder- und Jugendrechte erlebbar zu machen, darüber zu diskutieren, neue Bekanntschaften zu machen und gemeinsam dazuzulernen: Mit Theateraktionen für alle im öffentlichen Raum, einem Bücherfenster, Mitmach-Ständen, Workshops für Jugendliche, Austausch zu Beteiligungsstrukturen, Fachkräfte-Fortbildungen, Lesungen für jüngere Kinder, Einblicke in eine Kinderrechteschule und vielem mehr. Denn Kinderrechte gehen alle etwas an! Und es gibt Menschen, die sich dafür einsetzen, dass sie verwirklicht werden. Darum knüpft der Aktionszeitraum an bestehende Aktivitäten in der Region an – etwa an den städtischen Aktionstag Jugend im April 2026, die jährlichen zivilgesellschaftlich angestoßenen „Wochen für Zivilcourage“ an weiterführenden Schulen im September, das Weltkindertagsfest, die Partnerschaft für Demokratie oder das Engagement der Bensheimer Kinderrechteschulen.

Im Programmflyer finden Sie alle geplanten Veranstaltungen und Informationen zu den jeweiligen Anmeldeformalitäten.

Die Aktionswochen sind Teil des Projekts „KindGeRecht“, gefördert im Landesprogramm „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ sowie mit Unterstützung der Postcode Lotterie.

Mehr Informationen zur Entstehung der Aktionswochen im Projekt „KindGeRecht“:

Makista zeichnete im Familienzentrum Bensheim am 16. Juni 2026 sogenannte KindGeRecht-Demokratiebegleiter*innen aus. Gemeinsam wollen diese rund 20 Menschen aus Jugendarbeit, Sport, Schulsozialarbeit und Demokratiebündnissen aus dem Kreis Bergstraße in der Region demokratiestärkende Lern-, Kreativ- und Alltagsräume für Kinder und Jugendliche langfristig sichern und Impulse setzen (unter anderem mit den Aktionswochen Kinder- und Jugendrechte).

Die modulare Weiterbildung sorgte für Wissenszuwachs, neue Methoden, Impulse für die eigene Praxis in Beruf oder Ehrenamt und vielfältige Vernetzungsmöglichkeiten. Jeder der vier Nachmittage konzentrierte sich auf ein Prinzip der UN-Kinderrechtskonvention und dessen Relevanz für die Stärkung eines demokratischen Umfelds: Partizipation, Schutz, Gleichheit/Nicht-Diskriminierung und Förderung.

Im durch das Landesprogramm „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ geförderten Projekt „KindGeRecht! Stärkung des demokratischen Miteinanders durch Kinderrechte“ unterstützt Makista Erwachsene dabei, durch ihre Haltung und kinderrechtliches „Know-How“ Kinder und Jugendliche bei ihrem Aufwachsen in eine demokratische Gesellschaft zu begleiten. Auch oder gerade dann, wenn es zum Infragestellen von demokratischen Grundwerten und universellen Menschenrechten kommt.

Makista berät dazu und bildet fort: In Stadtverordnetenversammlungen, kommunalen Fachbereichen, Kitas, Schulen oder im Gemeinwesen. Interessierte und Engagierte aus Hessen dürfen gerne auf uns zukommen!

Mehr zum Projekt KindGeRecht

Beteiligungs-Kampagne #NichtOhneUns Echt gehört. Nicht nur angehört.

Mit der Kampagne „#NichtOhneUns – Echt gehört, nicht nur angehört“ macht das Netzwerk Kinderrechte (National Coalition Deutschland) das Recht auf Beteiligung sichtbar und zeigt, wie echte Mitbestimmung gelingen kann und somit eine wichtige Voraussetzung für gelebte Demokratie wird. In den kommenden Monaten erwarten Interessierte Hintergrundwissen, Praxisbeispiele, Materialien und Veranstaltungshinweise rund um Kinder- und Jugendbeteiligung. Die Seite wächst kontinuierlich und wird regelmäßig mit neuen Inhalten ergänzt. Mehr

Den Rechtsanspruch auf Ganztag umsetzen – mit den Kinderrechten als Kompass

Die Kinderrechte verdienen bei der Umsetzung des Ganztags in Schule höchste Aufmerksamkeit. Entscheidend ist, wie Kinder den Ganztag in ihrem Alltag erleben – und ob ihre Rechte darin tatsächlich verwirklicht werden. Die neusten Forderungen und Statements der „Deutschen Liga für das Kind“ geben hierfür eine wertvolle Unterstützung:

Kinderrechte müssen den Ganztag bestimmen
Kinder haben ein Recht auf Bildung und Förderung, auf Beteiligung und Spiel, auf Erholung, Rückzug und Schutz. Ein Ganztag, der nur Betreuungszeiten im Blick hat, ohne dabei alle Kinderrechte mitzudenken, verfehlt sein Ziel. Deshalb lautet die zentrale Frage für den Rechtsanspruch: Erhalten die Kinder altersgerechte Gelegenheiten zum Lernen und Mitbestimmen, haben sie Zeit für Freundschaften und Rückzugsorte, fühlen sie sich sicher und können sie sich auf feste Bezugspersonen verlassen? Werden dabei die unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedürfnisse der Kinder angemessen berücksichtigt?

Eltern müssen einbezogen werden
Je mehr Zeit Kinder in Institutionen der Bildung, Betreuung und Erziehung verbringen, desto wichtiger ist es, auch Eltern einzubeziehen. Eine verlässliche Zusammenarbeit mit Eltern trägt dazu bei, Bildungs- und Entwicklungsprozesse der Kinder über verschiedene Lebensbereiche hinweg abzustimmen.

Fachkräfte brauchen tragfähige Rahmenbedingungen
Die Umsetzung der Kinderrechte im Ganztag braucht passende Rahmenbedingungen. Dazu gehören klare Qualitätsstandards mit angemessenem Personalschlüssel und qualifiziertem Personal,
Unterstützungssysteme für die Fachkräfte, verbindliche Schutzkonzepte und Zeit für die Kooperation mit Eltern und Trägern im Sozialraum.

Vorhandene Strukturen nutzen, Ferien mitdenken
Vielfach verfügen freie Träger, Vereine und regionale Initiativen über wertvolle Erfahrungen und Angebote. Diese sind verlässlich in Planung, Umsetzung und Qualitätsentwicklung einzubinden – auch um den Ganztag in Ferienzeiten zu sichern.

Verlässliche Angebote brauchen verlässliche Finanzierung
Kommunen benötigen eine langfristig gesicherte Finanzierung, um den Ganztag personal- und qualitätsgesichert aufzubauen. Nur so entsteht eine verlässliche hochwertige Infrastruktur für Kinder – ohne die aktuellen Lücken im Kita-Bereich.

Woran sich der Erfolg zeigen muss
Wie gut es gelingt, das Recht auf Ganztag entlang der Kinderrechte umzusetzen, muss durch kontinuierliche Evaluation und Weiterentwicklung der Angebote geprüft werden. Dabei ist die
Perspektive der Kinder auf ihr Wohlbefinden, ihre Freundschaften und ihre Lerngelegenheiten im Ganztag ein zentrales Kriterium.

Quelle: Pressemeldung Deutsche Liga für das Kind e.V. vom 12.08.2026

In Hessen stellt das Bündnis „Kindgerechter Ganztag“ wertvolle Argumente zusammen und setzt sich für die Berücksichtigung der Kinderrechte bei der Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztag ein. Mehr