Danke Grundgesetz – Wir feiern Dich

Gemeinsam mit der „Partnerschaft für Demokratie Langen“ organisierte Makista am 29. Mai 2019 ein großes Fest zum Jubiläum des Grundgesetzes und der Kinderrechte. Danke an alle Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und Engagierten, die dabei waren. An Mitmachstationen konnten die Kinder mehr über ihre Rechte erfahren: alle erhielten ein Grundgesetz sowie eine Kinderrechte-Postkarte und konnten ihren Handabdruck an einer Demokratie-Säule hinterlassen. Zum Abschluss setzte die selbst gebalstelte „Kinderrechte-Girlande“ ein gemeinsames Zeichen für die Umsetzung der Rechte für alle Kinder.

Schülerinnen und Schüler der Janusz-Korczak-Schule begrüßten mit dem Lied „Einmalig ist jedes Kind“. An einer Gesprächsrunde nahmen Stefan Löbig (Erster Stadtrat der Stadt Langen), Jasmine Gebhard (Geschäftsführerin Makista e.V.), Verone Schöninger (Vorsitzende Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Hessen) sowie Leonie Borst und Paula Schwarzenau (Team Grundgesetz und Jugendforum Langen) teil.

Presse-Artikel zum Fest

Stellungnahme zur Initiative „Fridays for Future“

Makista nimmt gemeinsam mit dem Bündnis „Bildung für eine demokratische Gesellschaft“ Stellung zur Initiative „Fridays for Future“: Wir begrüßen den engagierten Einsatz für die Menschen- und Kinderrechte, für eine lebenswerte Zukunft und das Wohlergehen der Menschheit und der Erde!

 

Liebe Aktive der Initiative „Fridays for Future“,

Demokratie lebt vom Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger – gleich welchen Alters. Dabei gibt es immer Zeiten der Ruhe und Zeiten der Bewegung. Wir gratulieren Euch: Eure Demonstrationen schaffen notwendige Unruhe und sind die Größten seit langem. Eure Bewegung findet nicht nur in vielen Ländern Anklang und Verstärkung, sondern verschafft sich auch Aufmerksamkeit und Respekt bei Regierungen, in der Wirtschaft und in den Medien.

Ihr habt Euch den Namen: „Fridays for Future“ gegeben. Diese Bewegung wird von einer neuen Generation junger Menschen getragen. Ihr tragt Eure Sorge um den Planeten und den Unmut über politisch Verantwortliche auf die Straße. Dabei scheint uns das Besondere Eures Protestes zu sein, dass es nach Eurer Überzeugung nicht länger nur um gemäßigte Reformschritte, sondern um radikale Veränderung zur Rettung der Welt geht. Dies findet auch große Unterstützung in der Wissenschaft. Für die „Scientists for Future“ (https://www.scientists4future.org/) ist Eure Sorge vollkommen nachvollziehbar: Schließlich müsst Ihr in der Welt überleben, die wir Ältere Euch überlassen. Zur Initiatorin und Symbolfigur des klimapolitischen Protests wurde Greta Thunberg. Ihr und Euer freitäglicher Schulstreik hat massenhafte Nachahmung gefunden, in der politischen Öffentlichkeit jedoch auch kontroverse Reaktionen hervorgerufen. Neue Bewegungen vertragen sich oft nicht mit Regeln und Traditionen. Die Reaktionen sind von Schule zu Schule, von Land zu Land ganz unterschiedlich.

Ihr steht für eine junge, verantwortungsvolle Generation. Aus unserer Sicht betreibt Ihr jeden Freitag Bildung für eine demokratische Gesellschaft. Damit verbinden sich politische Aspekte, an denen auch wir Erwachsene lernen können. Drei wichtige seien hier genannt.
Erstens. Zu den demokratischen Tugenden zählt, manchmal auch persönliche Nachteile in Kauf zu nehmen, zum Beispiel eine Bestrafung für das Fernbleiben vom Unterricht. Ihr geht dieses Risiko ein und werdet dadurch zum Vorbild. Eine Initiative zunächst weniger Menschen wird zu einer sozialen Bewegung. Das zeigt, dass man politisch etwas in Gang bringen kann.

Zweitens: Euer Handeln ist zutiefst rational. Es speist sich aus einer pragmatischen Einsicht in die Unverantwortbarkeit des Umgangs mit dem Planeten. Sie argumentiert mit Fakten und führt die unbedingte Priorität ökonomischer Ziele ad absurdum. Sie bekennt Farbe – auch wenn viele andere gedankenlos weitermachen wollen.

Drittens: Ihr zeigt den Weg von der Angst zum Handeln. Ihr liefert den Beweis, dass Emotion und Vernunft keine Gegensätze sein müssen. Eure Bewegung ist ein humanes Gegenmodell zu einer Geht-Nicht-Politik. Die Sorge um die Zukunft des Planeten ist menschenfreundlich und schließt alle mit ein.

Wir freuen uns, dass viele Schulen Euer demokratisches Engagement für die Erde für höherrangig halten als den eigenen Stundenplan. Es ist gut, dass auch Lehrerinnen und Lehrer nicht nur den eigenen Stundenplan sehen und nach Kompromissen zwischen dem Demonstrationsrecht und der Schulpflicht suchen. Bildung für eine demokratische Gesellschaft bedeutet auch, das demokratische Engagement im öffentlichen Raum als eine der kostbarsten Lerngelegenheiten anzuerkennen.

Wir hoffen, dass Ihr den Ausgleich von Schulstunden möglichst kreativ mit Gleichaltrigen, Schulleitungen, Lehrkräften und Eltern hinbekommt: durch gemeinsame Diskussionen, durch Arbeitsgruppen, durch Aktivitäten, die die Thematiken der Proteste aufgreifen.
Eingestehen müssen wir, dass viele von uns Euch unterschätzt haben. Ihr habt in der Vergangenheit oft genug Einschätzungen anhören müssen, dass Ihr nicht politisch genug seid. Jetzt stellt es sich ganz anders dar. Euer Aufbruch sollte Anlass sein, grundsätzlicher nachzudenken und über neue Wege in der politischen Bildung zu diskutieren.
Euer Weg spricht für sich.

Wir wünschen Euch weiterhin gute Ideen, Kraft zum Durchhalten und natürlich ganz viel Erfolg. Wir bieten Euch unsere Unterstützung an.

Unterzeichner*innen aus dem Bündnis „Bildung für eine demokratische Gesellschaft“ (Stand 28. März 2019):
Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik e. V., Projekt „Jungbewegt“ der Bertelsmann Stiftung, Makista e. V., Stiftung Bildung

Hinweis:
Gegenwärtig wird dieser Text durch Medienverteiler in Umlauf gebracht. Deswegen ist die Liste der Unterzeichner*innen noch nicht abgeschlossen.

Hintergrund

Das Bündnis Bildung für eine demokratische Gesellschaft wurde am 10. Juni 2018 in Berlin gegründet und umfasst rund 100 zivilgesellschaftliche Organisationen und staatliche Stellen. Die Partner*innen verbindet ein gemeinsames Demokratie-verständnis, welches Demokratie als menschenrechtebasierte Staats-, Gesellschafts- und individuelle Lebensform begreift und damit ein breites Spektrum verwandter Themenfelder, wie Demokratiepädagogik und politische Bildung, Kinder- und
Menschenrechtebildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, kulturelle Bildung oder die Förderung bürgerschaftlichen Engagements umfasst.

Was uns als unterzeichnende Partner*innen des Bündnisses Bildung für eine demokratische Gesellschaft in Bezug auf „Fridays for Future“ besonders wichtig ist:

  • Wir sind voller Anerkennung und Wertschätzung und zeigen uns solidarisch mit den Zielen der Kinder und Jugendlichen.
  • Wir begrüßen diesen engagierten Einsatz für die Menschen- und Kinderrechte, für eine lebenswerte Zukunft und das Wohlergehen der Menschheit und der Erde.
  • Wir unterstützen effektive, gemeinsame Aktionen zum Thema Klimaschutz, denn nur so wird es eine demokratische Bildung für die Zukunft geben.
  • Wir bitten die Schulen wertschätzend mit den Anliegen der Kinder und Jugendlichen umzugehen und wenden uns an die Aufsicht der Schulen, kreativ und nicht disziplinarisch gegen die Kinder und Jugendlichen vorzugehen, die aus Angst um ihre Zukunft auf die Straße gehen.
  • Wir versuchen im Rahmen unserer Möglichkeiten die Aktivitäten zu unterstützen.
  • Wir begrüßen, dass alle Aktivitäten gewaltfrei, respektvoll und ohne Diskriminierung auf inhaltlicher und sprachlicher Ebene weiterhin durchgeführt werden.

Informationen zum Bündnis unter www.buendnis.degede.de

Kinderrechte-Projektwoche an der Sophie-von-Brabant-Schule Marburg

Als erstes Highlight ihres Engagements als Kinderrechteschule hat die Sophie-von-Brabant-Schule Marburg eine Projektwoche mit vielen kreativen Workshops auf die Beine gestellt. U. a. entstanden Stop-Motion-Filme zu einzelnen Kinderrechtsbereichen, wie Familie, Schule oder Mitbestimmung. Auf der Schulhomepage sind alle Filme zu sehen. Die Schule nimmt seit 2019 am Ausbildungsprogramm „Auf dem Weg zur Kinderrechte- und Demokratieschule Hessen“ teil.

Neues Makista-Vorstandsmitglied

Im Dezember 2018 wurde Christa Kaletsch als 2. Vorsitzende in den Makista-Vorstand gewählt. Sie ist Fortbildnerin und Beraterin in den Bereichen Demokratie und Menschenrechtsbildung, Vorstandsmitglied der DeGeDe Hessen und Leiterin des Projekts „Zusammenleben neu gestalten“.  Wir freuen uns sehr über die weitere und engere Zusammenarbeit!

Kinderrechte in Peer-to-Peer-Projekten

Unter dem Titel „BildungsBande – Mit Kinderrechten in die Zukunft“ arbeiteten Schulen und Kitas in Rheinland-Pfalz in Peer-to-Peer-Projekten zusammen. Eine neue Handreichung greift Erfahrungen von Schulleitungen, Lehrkräften und Kindern aus dem Projekt auf und stellt Methoden, Spiele und Übungen vor. Das Projekt wurde vom Ministerium für Bildung und der Zukunftsstiftung Bildung in der GLS Treuhand e.V. gefördert und Makista – Bildung für Kinderechte und Demokratie e. V. umgesetzt. Mehr

Kinderrechte in die Hessische Landesverfassung aufgenommen

Aufnahme der Kinderrechte in die Landesverfassung – ein großer Schritt

Ein großer Schritt für die Stärkung der Kinderrechte ist in Hessen gemacht! Mit 89,1% haben die Hessischen Wählerinnen und Wähler der Verfassungsänderung zur Aufnahme der Kinderrechten in Artikel 4 zugestimmt.

„Als Kinderschutzbund freuen wir uns mit den Kindern, dass ihre spezifischen Rechte eine so hohe Zustimmung erhalten haben. Es ist uns als Lobby für Kinder wichtig, Kinder ernst zu nehmen in ihrer eigenständigen Persönlichkeit und ihnen zu zuhören. Sie vor Gewalt und Vernachlässigung zu schützen gehört zu einer der wichtigsten Aufgaben, die durch das Verfassungsrecht nochmals deutlich unterstrichen wird,“ äußert Verone Schöninger, Landesvorsitzende des DKSB.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das verankerte Beteiligungsrecht der Kinder in allen sie betreffenden Angelegenheiten. Sonja Student, Vorsitzende von Makista e.V. weiß, wie wichtig Kindern die Beteiligungsrechte sind und welchen Wert sie für die Demokratieerziehung haben: „Kinder haben ein Recht, sich zu beteiligen und bei Entscheidungen, von denen sie betroffen sind, gehört und beteiligt zu werden. So wachsen sie selbstverständlich in eine demokratische Gesellschaft hinein. Das zu lernen und zu leben ist eine wichtige Aufgabe von Eltern und aller Bildungseinrichtungen. Vor allem in Zeiten, in denen Menschenrechte und Demokratie offen in Frage gestellt werden.“

Der Kinderschutzbund und Makista hatten zusammen mit der Hessischen Beauftragten für Kinder- und Jugendrechte eine Kampagne zur Aufnahme der Kinderrechte in die Hessische Verfassung gestartet, die von vielen weiteren Organisationen unterstützt wurde. Sowohl im Schüler-Innen-Landtag als in zahlreichen Aktionen zwischen Weltkindertag und Volksabstimmung haben sich die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen der Kinderrechteschulen und der Ortsverbände des DKSB aktiv für die Stärkung der Kinderrechte in Hessen engagiert.

„Kinderrechte stärken Elternrechte“ betont die Vorsitzende des Kinderschutzbundes, denn Eltern und Kinder können sich z.B. gemeinsam für gute Bildung einsetzen und für ihre Kinder fordern. Die oft geführte Diskussion, dass Kinderrechte Elternrechte schwächen, sieht der Kinderschutzbund nicht. „Gerade die Aufnahme der Kinderrechte stärkt auch die Eltern in ihrem Wunsch, für ihre Kinder das Beste zu wollen, sei es bei der Förderung der Bildung oder einer guten Gesundheitsfürsorge. Verfassungsrecht lässt sich nicht einfach so vom Tisch wischen.“

Heute freuen sich die beiden Organisationen und die vielen Aktiven über die Aufnahme der Kinderrechte in die Hessische Verfassung und wissen, dass es nun eine gemeinsame Aufgabe aller Hessen ist, die verfassungsmäßigen Rechte der Kinder mit Leben zu füllen und im Alltag umzusetzen.

Pressemeldung Kinderrechte in Hessischer Verfassung 02.11.18

 

Kontakt:  Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Hessen e.V., Gebrüder-Lang-Str.7, 61169 Friedberg, Verone Schöninger, Tel. 06031 18733, info@kinderschutzbund-hessen.de

Makista e.V., Löwengasse 27, Löwenhof Haus B, 60385 Frankfurt/ Main, Sonja Student, Tel. 069 949446740, info@makista.de