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Mitmachen bei „Demokratisch Handeln“

Auch mit vermeintlich kleinen Ideen kann man die Welt zu einem besseren Ort machen. Davon sind die Macher*innen des Bundeswettbewerbs „Demokratisch Handeln“ überzeugt. Der von der Kultusministerkonferenz empfohlene Wettbewerb mit Sitz in Jena steht seit 35 Jahren für die Würdigung und Sichtbarmachung junger Menschen und ihres Engagements.
Ab sofort sind wieder Bewerbungen möglich – denn in diesen herausfordernden Zeiten für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt ist das Engagement junger Menschen ein starkes Zeichen und verdient Sichtbarkeit. Alle jungen Menschen von 2 bis 25 Jahren können mitmachen – mit ihrer Schulklasse, Kita-Gruppe, JVA, Verein, Jugendzentrum oder freie Initiative. Ob zu Kunst, Politik, Umwelt, Stadt oder Schulalltag.

Einfach online bis zum 15. Dezember 2025 bewerben und 5 Fragen über das Projekt beantworten.

Zu gewinnen gibt es für 50 Projekte eine Reise nach Berlin zum Junify Demokratiefestival – drei Tage voller Austausch, Vernetzung und Workshops (Reise- und Programmkosten werden übernommen). Außerdem Sonderpreise für Film, Journalismus, Kunst und Kitas sowie Anschubfinanzierung für Projektideen und natürlich Urkunden.

Literaturtipp: Pädagogik der Vielfalt mit „Fred und ich“

Gleich zwei bemerkenswerte Bücher, die das Thema sexuelle Vielfalt aufgreifen, waren in der Auswahl für den „Deutschen Kinder- und Jugendliteratur Preis“: „Best Bro Ever!“ (ab 10 Jahren) von Jenny Jägerfeld und „Fred und ich“ (ab 12 Jahren) von Lena Hach. Zum Roman „Fred und ich“ gibt es sogar eine empfehlenswerte Handreichung für den „handlungs- und produktionsorientierten“ Unterricht in Klassenstufe 5-7 mit Kopiervorlagen und Methoden.

Die Pädagogik der sexuellen Vielfalt ist ein wichtiger Teil einer kinderrechtlich orientierten Pädagogik und noch eine junge Disziplin. Aber es gibt zunehmend gute methodische Ansätze und Anregungen einer diskriminierungssensiblen Herangehensweise, die auch Expertisen der entsprechenden Selbstorganisationen aufgreifen. Kinder und Jugendbücher öffnen dabei Wege, um sich Wissen anzueignen und in Perspektiven einzufühlen.

Worum geht es „Fred und ich?“ Das erste Mal sehen sich Anni und Fred in einem Café. Das zweite Mal nur eine halbe Stunde später an einem zugefrorenen See, in dem Anni morgens heimlich badet. Schon am nächsten Morgen taucht Fred mit ihr ins eiskalte Wasser. Die beiden nähern sich an und Anni erfährt, dass Fred trans ist. Auf einmal braucht es neue Wörter, weil die alten falsch oder verletzend sein können. Ein sensibler, lebensbejahender Roman über die erste Liebe, in der sich alles neu und wunderschön anfühlt.

Kinderrechte im Landkreis Gießen

Das Lernlabor „Kinderrechte und Demokratie“ macht seit Ende September Station in Linden im Landkreis Gießen. Vor zwei Jahren von Makista für Butzbach im Stadtentwicklungsprogramm „Demokratikum“ entwickelt, darf die interaktive Ausstellung für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren auf Tour gehen. Zwei Wochen können nun Kinder der umliegenden Grund- und weiterführenden Schulen gemeinsam mit ihren Lehrkräften in verschiedenen Stationen nicht nur etwas über Kinderrechte erfahren, sondern auch Ideen entwickeln, was sie sich für ihre Schule und ihren Wohnort wünschen. Die engagierten Schulsozialarbeiterinnen vor Ort haben gemeinsam mit dem Leiter des Jugendzentrums rund um die Ausstellung einen Ort geschaffen, an dem sich die Kinder wohlfühlen und einbringen können – und nebenbei das JuZ als Ort für Beteiligung und Austausch kennenlernen. Ganz im Sinne der drei Ebenen der Menschenrechtsbildung: Lernen durch, über und für Kinderrechte.
Im durch das Landesprogramm „Hessen aktiv – für Demokratie und gegen Extremismus“ geförderten Projekt „KindGeRecht“ kann Makista für den Landkreis Gießen (weitere) Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte, Verwaltungsmitarbeitende, aber auch zivilgesellschaftlich Engagierte anbieten und die Ausbildung neuer Kinderrechteschulen begleiten.

Online-Fachveranstaltungen: Radikal? Haltung zeigen!

„Demokratiefeindlichen Tendenzen entgegenwirken“ – mit diesem Anliegen bieten die Fachstellen für Demokratieförderung und phänomenübergreifende Extremismusprävention (DEXT) aus Mittelhessen eine digitale Veranstaltungsreihe bis April 2026 an. Aktuelle Aspekte aus den Bereichen Extremismus und Radikalisierung werden beleuchtet und geben Anregungen zur Erarbeitung von Handlungsstrategien. Zum Beispiel gibt der Impuls „Welt im Wandel – Krisen verstehen, Jugendliche stärken“ Hinweise zum Umgang mit globalen Ereignissen im pädagogischen Kontext. Der Vortrag vermittelt praxisnahe Impulse, wie pädagogische Fachkräfte sensibel und handlungssicher mit Krisen- und Konfliktthemen umgehen können. Im Fokus stehen pädagogische Ansätze zur Stärkung von Resilienz,
Empathie, Gemeinschaftsgefühl und kritischem Denken – immer mit Blick auf das emotionale Erleben und die Entwicklungsbedürfnisse Jugendlicher. Ziel ist es, pädagogisch Tätige darin zu unterstützen, einen Raum für Gespräche zu schaffen – ohne zu überfordern, zu verharmlosen oder zu polarisieren. Eine weitere Veranstaltung thematisiert die Frage „Wie reden über die Terroranschläge in Israel und den Krieg in Gaza?“. Der Vortrag enthält pädagogische Empfehlungen für Reaktionen auf antisemitische Äußerungen und Handlungen. Darüber hinaus werden pädagogische Grundhaltungen zur Öffnung von Gesprächsräumen und zur Förderung demokratischer Diskurse vorgestellt.

Die Anmeldung erfolgt per Mail über die jeweils angegebene E-Mail-Adresse im Flyer. Im Anschluss wird der Zugangslink zur Verfügung gestellt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Stellungnahme des Netzwerk Kinderrechte zu Frontex-Broschüre

Das bundesweite Netzwerk Kinderrechte gab bereits im Juni eine Stellungnahme zu den Materialien „Mein Leitfaden zur Rückkehr“ der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache Frontex heraus:

„Mit großer Sorge blickt das Netzwerk Kinderrechte auf die von Frontex veröffentlichten Materialien ‚Mein Leitfaden zur Rückkehr‘. Diese richten sich an geflüchtete Kinder und Jugendliche, mit Ausmalheften, Broschüren und Videos, die Abschiebungen wie eine harmlose Reise darstellen. Dabei bleiben zentrale Kinderrechte auf Information, Schutz und Beteiligung unberücksichtigt. Die vermeintlich kindgerechte Aufmachung verharmlost die Realität von Abschiebungen und vermittelt ein beschönigendes Bild eines hoch belastenden und oftmals traumatisierenden Prozesses. Wichtige Schutzmechanismen fehlen ebenso wie eine altersgerechte und wahrheitsgemäße Darstellung des Geschehens. Der Verweis auf die UN-Kinderrechtskonvention zu Beginn der Materialien erweckt zudem fälschlicherweise den Eindruck, Abschiebungen würden im Einklang mit Kinderrechten und dem Kindeswohl stehen. Das Netzwerk Kinderrechte fordert die sofortige Rücknahme der Materialien durch Frontex, eine unabhängige Überprüfung kindbezogener Kommunikation im Kontext von Migration sowie die Entwicklung menschenrechtskonformer Informationsangebote durch kinderrechtsorientierte Fachstellen.“

Als langjähriges Mitglied des Netzwerks Kinderrechte schließt sich Makista diesen Forderungen an. Die vollständige Stellungnahme findet sich hier.