Alle Beiträge von Makista Admin

Kinderrechte stärken Eltern. Eltern stärken Kinderechte

Staatssekretärin Katrin Hechler reiste Anfang November aus dem Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales nach Langen, um die Kinderrechtearbeit von Makista und der Albert-Schweitzer-Grundschule kennenzulernen. Insbesondere das Eltern-Projekt „Alle Kinder brauchen ein Zuhause“, gefördert im Landesprogramm WIR – Vielfalt und Teilhabe, stand bei dem Austausch im Mittelpunkt.

Seit 2010 ist Makista mit der Grundschule im Schulnetzwerk für Kinderrechte und Demokratie verbunden. Kinderrechte sind hier nicht nur überall auf Plakaten präsent, sondern ganz fest im Schulalltag verankert und gelebte Praxis für Lehrkräfte, Kinder und Eltern.

Unter anderem konnte die kleine Delegation gemeinsam mit der Schulleiterin Barbara Busch die inklusive Kommunikationstafel auf dem Schulgelände zur Überwindung von Sprachbarrieren entdecken und auf der „Bank gegen Ausgrenzung“ Platz nehmen – beides regte zum Nachdenken an. Auch die mit den Kindern gestaltete Friedenstreppe mit Schritten zum Streitschlichten auf dem Schulhof beeindruckte die Besucherinnen. Im Raum der Pinguinklasse werden Kinder mit Anpassungs- und Lernschwierigkeiten gezielt und kindgerecht gefördert, ohne zu stigmatisieren.

Im Eltern-Café, einem niedrigschwelligen Begegnungsort in der Schule, fand Ende 2024 ein Abend unter dem Titel „Kinderrechte stärken Eltern. Eltern stärken Kinderrechte“ statt. In Vorbereitung mit der Eltern-Café-Leiterin bot Makista einen Austausch interessierter Mütter und Väter durch szenisches Spiel an, regte zu einer Kinderrechtewahl an und machte Mut für die Rechte der Kinder im Alltag einzutreten. Sprachtandems und Improvisationsbereitschaft machten es dabei möglich, viele Barrieren zu überwinden und eine Atmosphäre des Miteinander zu schaffen.

Auch die Staatsministerin zeigte sich davon angetan und machte deutlich, dass es noch viel mehr solcher Ansätze braucht – ein wertschätzende und Mut machender Besuch für unseren Verein und die Engagierten in der Langener Kinderrecteschule!

Eine Dokumentation mit Methoden und Erkenntnissen aus dem Eltern-Projekt sowie die Eltern-Handreichung „Kinderrechte stärken Eltern. Eltern stärken Kinderechte“ ist hier für Interessierte abrufbar.

Online: Infoportal Kinderrechte des DKHW

Ab sofort stellt das Deutsche Kinderhilfswerk ein umfangreiches Angebot rund um die Kinderrechte gebündelt und kostenlos auf einer Plattform zur Verfügung. Auf dem neuen Praxisportal kinderrechte.de finden Fachkräfte aus Kita, Schule, Kinder- und Jugendhilfe, Verwaltung und Justiz ein umfangreiches Wissensangebot, praxisnahe Informationen und Projektimpulse. Ziel ist es, Fachkräfte dabei zu unterstützen, die Rechte der Kinder stärker in ihren Arbeitsfeldern zu integrieren.

Neben fundierten Wissensangeboten liefern verschiedene Datenbanken Ideen für den Arbeitsalltag, unterstützen die Bildungsarbeit, den fachwissenschaftlichen Austausch sowie die Vernetzung für Workshops, Beratungen und Veranstaltungen. Qualifizierungs-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten des Deutschen Kinderhilfswerkes bieten praxisnahe Ansätze zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention und dienen dazu, eigene Kompetenzen gezielt zu erweitern. Zahlreiche Praxisbeispiele zeigen, wie Kinderrechte bereits erfolgreich umgesetzt werden. Zudem informiert das Praxisportal über Förder- und Kooperationsmöglichkeiten für eigene Projekte.

Neues Magazin: Jugend und Demokratie in Hessen

„Wem gehört die Zukunft?“ fragt der Titel des pünktlich zum Weltkindertag 2025 vom hessischen Sozialministerium herausgegebenen Magazins. Makista durfte für die Publikation fünf beeindruckende Kinder und Jugendliche mit ihrer Sicht auf Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie ihr Kinderrecht auf Beteiligung interviewen und vorstellen. Annika, Lovis, Leily, Nivayaan und Sara berichteten über unterschiedliche Strategien in herausfordernden Situationen, gute Orte für Partizipation und ihre Zukunftsvisionen. Die Portraits werden durch den Artikel „Junge Menschen in Hessen und die Demokratie – Zwischen Sichtbarkeit und Schweigen: Kindheit und Jugend im Kaleidoskop der Gegenwart“ von Angela Polichronidou ergänzt, der in diversen Studien und Berichten gewonnenes Wissen miteinander zu einer umfassenden Bestandsaufnahme verknüpft.

Die digitale Version gibt es hier zum Download!

Kinderrechteschule feiert Jubiläum

Dass hier bereits sieben Jahre lang kinderrechtsbasierte Schulkultur gelebt wird, ist deutlich sichtbar. Alle Schüler*innen und Lehrkräfte der Gönser-Grund-Schule Butzbach tragen zum Jubiläumsschulfest am Weltkindertag stolz ihre T-Shirts mit dem Aufdruck „Kinderrechteschule“, singen zur Eröffnung ihren Kinderrechte-Schulsong und halten weitere Überraschungen bereit. Zwei Kunstwerke zur Erinnerung an ein schützenden, demokratisches und von Wertschätzung geprägtes Miteinander enthüllte die Schulleiterin: Das große bunte Wand-Kunstwerk zum selbstgewählten Kinderrecht des Jahres „Geborgenheit in der Familie“, dessen Vorlage ein gemaltes Bild einer Schülerin ist. Und die Holzstelen mit Tafeln, für die Kinder der vierten Klassen und das Lehrerkollegium Wünsche sowie wichtige kinderrechtsbasierte Leitsätze gesammelt haben. Auch die Elternschaft wird sich hier noch verewigen und in einem Workshop dazu austauschen. Nicht zuletzt spielte natürlich das Weltkindertagsmotto „Kinderrechte – Bausteine für Demokratie“ auf dem Fest eine Rolle und die Kinder wurden kreativ. Auf bunte wiederverwendbare XXL-Bausteine, die der Förderverein der Schule zur Verfügung stellte, gestalteten die Schüler*innen ihre Lieblingskinderrechte und bauten viele „Häuser der Demokratie“ – die Schule wird die Bausteine weiter nutzen und ausstellen. Makista gratuliert der Grundschule herzlich zu ihrem Jubiläum und sagt Danke für sieben Jahre Zusammenarbeit im Schulnetzwerk für Kinderrechte und Demokratie!

In der Innenstadt Butzbach wurde parallel der Kindersamstag gefeiert, der vor fünf Jahren mit Unterstützung von Makista ins Leben gerufen wurde. Gemeinsam mit den Butzbacher Grundschulen und weiteren Netzwerkpartnern erwartete die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Programm voller Spiel, Spaß und spannender Informationen rund um Kinderrechte, Demokratie und Beteiligung. Ein besonderer Höhepunkt: Bürgermeister Sascha Huber bedankte sich bei den engagierten Kindern des Kinderparlaments und überreicht ihnen eine Würdigungsurkunde.

Wochen der Zivilcourage x Kinderrechte in Bensheim

Die Wochen der Zivilcourage haben in Bensheim Tradition – dank dem Verein Fabian Salars Erbe und dem Antidiskriminierungsnetzwerk Südhessen (AdiNet) sowie weiteren Kooperationspartnern. Makista war in diesem Jahr mit dabei und konnte sich mit vielen Engagierten in der Region Bergstraße vernetzen. Den Auftakt der Wochen der Zivilcourage machte ein Impuls unter dem Titel „Mit Kinder- und Jugendrechten das demokratische Miteinander von klein auf fördern“, in dem Christa Kaletsch über ein umfassendes Demokratieverständnis, kinderrechtsbasierte Kinder- und Jugendarbeit und die Relevanz demokratischer Selbstwirksamkeit für Schülerinnen sprach. Gastgeberin war das Goethe-Gymnasium – eine von fünf weiterführenden Schulen, die in der Zeit vom 9. bis 19. September 2025 in unterschiedlichen Formaten mit ihren Schülerinnen über Menschenrechte ins Gespräch kamen. Beim abschließenden Vielfaltsfest „Bock auf Hoffnung?“ zum Tag der Zivilcourage stand eine Frage im Mittelpunkt: Wie viel Raum bekommen Kinder und Jugendliche in der Stadt – in der Demokratie, in der Gesellschaft, in ihrem Alltag? Jugendliche kamen auf dem Podium selbst zu Wort und konnten in „coolen Ecken“ diskutieren, lernen, ausprobieren – ob als Schulklasse, Einzelperson oder Verein. Beim Markt der Möglichkeiten zeigten großartige Initiativen aus der Region ihre Arbeit, wie Kinder und Jugendliche heute schon Gesellschaft gestalten oder ihren Platz einnehmen können.

Außerdem war das Antidiskriminierungsnetzwerk Südhessen mit seinem alljährlichen Fachtag AdiNet analog zu Gast bei dem Fest. Es trafen sich Engagierte aus der Antidiskriminierungsarbeit, um Erfahrungen, Methoden und Wissen zu teilen. Auf dem Programm standen zwei Impuls-Vorträge für ein generationengerechtes Miteinander. Referentin Sun Hee Martuschius regte zum Nachdenken über Adultismus & Intersektionalität an. Hannah Abels und Jasmine Gebhard von Makista e. V. sprachen mit den Teilnehmenden über das Kinderrecht auf Beteiligung in Wechselwirkung mit den Prinzipien von Schutz, Förderung und Nicht-Diskriminierung. Alle nehmen eine Frage mit in die zukünftige Arbeit: Wie kann die Umsetzung von Kinderrechten konkret in unserem Alltag umgesetzt werden?

Im durch das Landesprogramm „Hessen aktiv – für Demokratie und gegen Extremismus“ geförderten Projekt „KindGeRecht“ kann Makista für den Landkreis Bergstraße Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte, Verwaltungsmitarbeitende, aber auch zivilgesellschaftlich Engagierte anbieten und die Ausbildung neuer Kinderrechteschulen begleiten.