Archiv: Allgemein

Neue Schulen in das Schulnetzwerk für Kinderrechte und Demokratie Hessen aufgenommen

Vier Schulen wurden am 7. März 2024 für ihre Teilnahme an dem Qualifizierungsprogramm „Auf dem Weg zur Kinderrechteschule“ gewürdigt. Fabricia Lederer (Vertreterin des Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen) und Christa Kaletsch (Vorsitzende des Frankfurter Vereins Makista) dankten den Schulteams für ihr Engagement, das auch in Zukunft weitergehen wird: Die Keltenbergschule Glauburg, die Degerfeldschule Butzbach, die Elly-Heuss-Knapp-Schule Darmstadt und die Bürgermeister-Grimm-Schule Frankfurt sind nun Teil des Netzwerks für Kinderrechte und Demokratie Hessen, das seit 2010 unter Leitung von Makista aktiv ist. Auf Grundlage der in Deutschland seit 1992 geltenden UN-Kinderrechtskonvention, die seit 2018 auch Teil der Hessischen Landesverfassung ist, gestalten die darin Engagierten kindgerechte, demokratische, diskriminierungsfreie und weltoffene Schulen. Orientierung geben dabei die Prinzipien Gleichheit, Schutz, Förderung und Partizipation.

Was es bedeuten kann, Kinderrechte lebendig zu machen, zeigten alle vier neuen Kinderrechteschulen auf dem Treffen in Frankfurt in eigenen Präsentationen aus ihrem pädagogischen Alltag: Mit der Frage „Was braucht ein Kind um glücklich zu sein?“ philosophierten alle Kinder der Bürgermeister-Grimm-Schule über ihre Rechte. Die Degerfeldschule würdigt durch verschiedene Angebote die Vielsprachigkeit ihrer Kinder und Familien und wählt regelmäßig das Kinderrecht des Monats. Ein schulinternes Curriculum zum Sozialen Lernen und Kinderrechten ist an der Elly-Heuss-Knapp-Schule entstanden. Das Kollegium der Keltenbergschule hat mit und für alle Klassen eine Projektwoche organisiert, in der unterschiedliche Kinderrechte kreativ bearbeitet wurden – u.a. mit Szenen zum Thema Meinungsbildung und Fake News, in der Auseinandersetzung mit einem sicheren Zuhause oder mit Bildern zu Zukunfts-Wünschen. Nicht zuletzt werden die Kinderrechte in den Schulen sichtbar gemacht – durch Literatur in der Bibliothek oder Schaukästen im Schulgebäude. Das erinnert alle an Schule Beteiligten, Eltern und Kooperationspartner immer wieder an die Verpflichtung, Kinder in ihren Rechten zu fördern.

In Hessen ist das Netzwerk der mittlerweile 35 Kinderrechteschulen ein wichtiger Multiplikator für die Realisierung der Kinderrechte in Bildungseinrichtungen und darüber hinaus. Das Hessische Monitoring Kinderrechte, durchgeführt vom Deutschen Institut für Menschenrechte, lobt in seinem Bericht 2023 das Programm als vorbildhafte Initiative der Menschenrechtsbildung: „Wünschenswert wäre aus kinder- und jugendrechtlicher Perspektive ein weiterer […] Anstieg der im Netzwerk Kinderrechteschulen beteiligten Schulen.“ Und auch der UN-Kinderrechtsausschuss empfiehlt Deutschland 2022, dass in Schulen explizit und aktiv für die Menschenrechte und gegen Diskriminierung vorgegangen wird.

Das Team von Makista unterstützt die Schulen durch individuelle Entwicklungsgespräche, Studientage für das Kollegium, Fortbildungs- und Vernetzungstreffen sowie Praxismaterialien.

Das Netzwerk ist Teil des Projekts „KindGeRecht“, das aktuell im Landesprogramm „Hessen – aktiv für Demokratie und Extremismus“ und durch die Hahn Air Foundation gefördert wird. Kooperationspartner ist das Projekt des Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen „Gewaltprävention und Demokratielernen“ (GuD). Vernetzungen bestehen außerdem mit den Kinderrechteschulprogrammen von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk.

Miriam Zeleke als Hessische Beauftragte für Förderung und Beteiligung von Kindern eingesetzt

Sozialministerin Heike Hofmann hat im März die Position der Beauftragten für Förderung und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen geschaffen und mit Miriam Zeleke besetzt, die bisher als Beauftragte für Kinder- und Jugendrechte gewirkt hat. Makista gratuliert dazu ganz herzlich und freut sich über diese Anlauf- und Vernetzungsstelle für in der Kinder- und Jugendrechtarbeit Aktive in Hessen. Die Ministerin und Frau Zeleke möchten in Zukunft vor allem die umfassenden Förder- und Beteiligungsrechte der Kinder und Jugendlichen fokussieren und stärken. Insbesondere in Zeiten, in denen sich Populismus und Desinformation im Aufwind befänden, sei das von großer Bedeutung. „Für eine starke Demokratie braucht es starke Demokraten. Kinder und Jugendliche sind dabei unsere wichtigsten Partner“, so die Beauftragte.

Mehr (PM des HSMI)

Neue Podcastfolge zu Antisemitismus und Bildung

Wie gestaltet sich das Lernen über und gegen Antisemitismus in Deutschland? Welche Rahmenbedingungen sind in Bildungsinstitutionen zum jetzigen Zeitpunkt vorzufinden? Christa Kaletsch von der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik Hessen (DeGeDe) und Prof. Dr. Stefan Müller, Mitherausgeber der Reihe „Antisemitismus und Bildung“, sprachen für die 16. Folge von „Politische Bildung – Der Podcast“ mit Astrid und Funda vom Wochenschauverlag über verschiedene Herausforderungen und Handlungsoptionen, die im Zusammenhang mit Antisemitismus an Bildungsorten entstehen.

An Bildungsorten wie Schule und Universitäten können wir gesellschaftliche Probleme erkennen und praktisch angehen, denn der 07. Oktober 2023 und seine Folgen haben wiedermal gezeigt, dass antisemitische Ressentiments und Antisemitismus handfester Teil des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland sind. Was können wir tun und was hilft? In dieser Folge werfen wir gemeinsam einen Blick auf den Zustand unserer Bildung gegen Antisemitismus.

Zum Podcast

Für alle, die nach dem Hören des Podcasts Interesse an einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem Thema haben, bietet Christa Kaletsch im Rahmen ihrer Arbeit bei Makista Workshops und Fortbildungen für Lehrkräfte, Schulsozialarbeit und kommunale Verantwortungsträger*innen an.

Mitmachausstellung Kinderrechte und Demokratie in Butzbach eröffnet

Als Teil des Projekts „Demokratikum“ hat Makista für die Stadt Butzbach die Mitmachausstellung „Lernlabor Kinderrechte und Demokratie“ konzipiert, die am 5. März an der Stadtschule ihre Tour durch die kommunale Bildungslandschaft gestartet hat. Bürgermeister Merle und das Team des Butzbacher Innenstadtmanagements leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen: „Ein Demokratikum ohne Menschenrechte – das funktioniert nicht“, so Merle. Das Lernlabor ist mobil und kann an Schulen oder anderen Stellen der Stadt aufgebaut und zeitweise von den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen genutzt werden. Vier Stationen laden vor allem zum Denken an: Im „Stimmt/Stimmt-nicht-Barometer“ wird den Besucher:innen etwa die Aussage „Die Kinderrechte bringen den Erwachsenen nichts“ entgegengehalten. Eine Wahlstation lädt dazu ein sich zu entscheiden, welche Rechte einem selbst oder für alle Kinder in der Stadt besonders wichtig sind. In einer Kinderrechte-Lounge gibt es Gelegenheit in ausgewählten Kinder- und Jugendbüchern rund um Menschenrechte zu stöbern sowie eigene Anliegen zu formulieren. Für Lehrkräfte, Fachkräte der Jugendarbeit und Verwaltungsangestellte steht zur Begleitung des Lernlarbors die Handreichung „Warum Demokratie nicht ohne Menschenrechtsbezug auskommt.konkret, umfassend, für alle“ sowie ein entsprechender Workshop, geleitet von Makista, zur Verfügung. Das Projekt ergänzt das bereits vor zwei Jahren begonnen Engagement der Stadt Butzbach für die Umsetzung der Kinderrechte – u. a. auf dem Kindersamstag, im Kinderparlament und die Arbeit aller Grundschulen im „Schulnetzwerk für Kinderrechte und Demokratie Hessen“.

Website mit Infos und Downloads zum Lernlabor

Einladung: Werkstatt und Fachtag zum Kinderrechte-Monitoring Hessen

Die Monitoring-Stelle UN-Kinderrechtskonvention des Deutschen Instituts für Menschenrechte lädt am 14. und 15. April zur Veranstaltung „Wo steht Hessen bei der Verwirklichung der Kinder- und Jugendrechte?“ ins Museum für Kommunikation Frankfurt am Main ein. Für Jugendliche ab 14 Jahren wird am 14. April eine Kinderrechte-Werkstatt organisiert, um Ideen und Forderungen zum unabhängigen Monitoring der Kinderrechte in Hessen zu erarbeiten. Auf der Fachtagung am darauffolgenden Tag werden die Ergebnisse gemeinsam mit erwachsenen Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft und Politik diskutiert.

Programm und Anmeldung