Schulnetzwerk für Kinderrechte und Demokratie Hessen

Die Kinderrechte als Menschenrechte für alle zwischen 0 und 18 Jahren haben großes Potential – für die Planung des demokratischen Miteinanders an der Schule, die Förderung von Teilhabe, den Umgang mit verschiedenen Formen von Diskriminierung und das Empowerment aller Kinder und Jugendlichen. 

Kinderrechteschulen machen sich auf den Weg eine menschengerechte Kultur des Miteinanders ganzheitlich und nachhaltig umzusetzen. Die Prinzipien der UN-Kinderrechtskonvention Gleichheit, Schutz, Förderung und Partizipation werden zum Gestaltungsrahmen für das Lernen und Leben an der Schule. Schulleitungen, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte, Schüler*innen, Eltern und außerschulische Partner gehen diesen Prozess gemeinsam – miteinander und im Austausch mit anderen Schulen.

 

„Eine Schule wird nicht ‚von oben‘ eine Schule, die Bildung auf den Kinderrechten gründet, sondern dann, wenn Lehrer, Eltern und Kinder damit anfangen, das Bekenntnis zu den Kinderrechten in Analysen der Aufgaben und der Arbeit der Schule umzusetzen. Schulen sollten (dabei) keine Angst vor kleinen Schritten haben […]. Entscheidend ist, dass diese Vorhaben nicht als Zusatztätigkeiten am Rande des Schulgeschehens gesehen werden […], sondern zum Curriculum und Profil der Schule gehören.“ (Krappmann 2016: Kinderrechte, Demokratie und Schule – Ein Manifest, S. 53)

 

Begleitung und Vernetzung

Unter der Leitung von Makista sind seit 2010 rund 40 Schulen als Kinderrechteschule aktiv. Die UN-Kinderrechtskonvention bietet eine hervorragende Grundlage für die Gestaltung einer kindergerechten, demokratischen, diskriminierungsfreien und weltoffenen Schule. Orientierung geben dabei die Prinzipien Gleichheit, Schutz, Förderung und Partizipation sowie drei Ebenen der Menschenrechtsbildung: Bildung über, für und durch..

In einem eineinhalbjährigen Ausbildungsprogramm „Auf dem Weg zur Kinderrechteschule“ unterstützt ein erfahrenes Team hessische Grund- und weiterführende Schulen durch individuelle Entwicklungsgespräche und regelmäßige Beratung, einen pädagogischen Tag für das gesamte Kollegium, vier Fortbildungsmodule sowie Praxismaterialien. Die Fortbildungen sind akkreditiert über die Hessische Lehrkräfteakademie.

Ein von Makista, UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk entwickelter Leitfaden (2020) fasst einheitliche Kriterien für die Arbeit einer Kinderrechteschule in Deutschland zusammen.

Die beteiligten Netzwerk-Schulen tauschen sich in regionalen Kinderrechte-Netzwerkgruppen regelmäßig aus und erhalten thematische Impulse. Bis 2025 wurden diese Gruppen gemeinsam von Makista und dem Projekt des Hessischen Kultusministeriums „Gewaltprävention und Demokratielernen“ (GuD) geleitet.

Video mit Ideen aus den Kinderrechteschulen (2015)

Kinderrechtebildungslandschaft Hessen

In Hessen ist das Netzwerk der Kinderrechteschulen ein wichtiger Multiplikator für die Realisierung der Kinderrechte in Bildungseinrichtungen und darüber hinaus. Die Schulen beteiligten sich an Veranstaltungen wie dem Hessischen Demokratietag oder engagierten sich für die Aufnahme der Kinderrechte in die Hessische Landesverfassung 2018 sowie die Erarbeitung der Kinder- und Jugendrechte-Charta und ihre Umsetzung. Sie tauschen sich in regionalen Gruppen aus und bieten immer wieder Hospitationen für alle hessischen Schulen an.

Das Hessische Monitoring Kinderrechte, durchgeführt vom Deutschen Institut für Menschenrechte, lobt in seinem Bericht 2023 das Programm als vorbildhafte Initiative der Menschenrechtsbildung: „Wünschenswert wäre aus kinder- und jugendrechtlicher Perspektive ein weiterer […] Anstieg der im Netzwerk Kinderrechteschulen beteiligten Schulen.“ Und auch der UN-Kinderrechtsausschuss empfiehlt Deutschland 2022, dass in Schulen explizit und aktiv für die Menschenrechte und gegen Diskriminierung vorgegangen wird.

In seinen Anfängen wurde das Netzwerk u. a. von Prof. Dr. Lothar Krappmann begleitet und durch die Universität des Saarlandes und dem Institut für Qualitätsentwicklung in Hessen evaluiert. Die Kinderrechte wurden daraufhin 2011 in den Hessischen Referenzrahmen für Schulqualität aufgenommen. In der Reihe „Kinderrechte und Bildung“ sind im Verlag debus Pädagogik/Wochenschau Verlag seit 2014 zahlreiche Texte und Buchbände mit und von Expert*innen aus Kinderrechteschulen sowie dem Netzwerk erschienen.

Förderer

Die Angebote für Kinderrechteschulen sind seit 2020 Teil des Projekts „KindGeRecht“, das im Landesprogramm „Hessen –  aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ gefördert wird.

Projektleitung:

Jasmine Gebhard
gebhard(a)makista.de
069 949446741