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18.5.2012 : 3:53 : +0200

„Macht Kinder stark für Kinderrechte“! Zweites Netzwerktreffen der Modellschulen für Kinderrechte Rhein-Main

Am 12. Mai 2011 trafen sich die „Modellschulen für Kinderrechte Rhein-Main“ das zweite Mal zu einem Netzwerktreffen. Die Gutenbergschule in Darmstadt empfing die rund 25 Teilnehmer – Lehrkräfte und Schulleiter aus den Netzwerkschulen sowie Gäste aus dem Projektteam und der Stadt. Zwei inhaltliche Schwerpunkte standen im Mittelpunkt des Austauschs: Die Projektumsetzung an den Einzelschulen sowie das Thema systematisches Kompetenztraining. Ziel der halbjährlichen Veranstaltung ist es, gemeinsam Wege zur praxisnahen Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention im Schulalltag zu diskutieren und zu erarbeiten.

In offener Atmosphäre wurden die Anwesenden mit Kaffee, Obst und Kuchen an der Gastgeberschule empfangen und durch den Schulleiter Michael Arendt begrüßt. Große Unterstützung erhielt das Treffen durch die Projektträgerin des Modellschul-Netzwerks Ann Kathrin Linsenhoff, die in ihrer herzlichen Begrüßungsrede ihre Anerkennung für das Engagement der beteiligten Schulen ausdrückte. Sie dankte außerdem der „Stiftung Flughafen Frankfurt/ Main für die Region“ für die finanzielle Unterstützung des Projekts sowie den Mitgliedern des wissenschaftlichen Fachbeirats, die die Umsetzung dieses wichtigen Vorhabens unterstützen.

Die JuniorBotschafter-Gruppe der Gutenbergschule machte die Kinderrechte erlebbar und präsentierte ihren selbstgeschriebenen Rap „Macht Kinder stark für Kinderrechte“. Etwas leisere Töne schlugen danach zwei Schülerinnen der sechsten Klasse an, die die Kinderrechte in Gebärdensprache übersetzt vortrugen. Für ihre Aktionen werden die Jugendlichen sogar mit einem Anerkennungspreis beim diesjährigen UNICEF-JuniorBotschafter-Wettbewerb geehrt. Alle Modellschulen sind eingeladen, an der Preisverleihung in der Frankfurter Paulskirche am 30. Mai teilzunehmen. Voller Begeisterung über den Einsatz der Schülerinnen und Schüler sowie der gesamten Schule sagte Achim Pfeffer, Bezirksverwalter des Stadtteils Darmstadt-Eberstadt, der Gutenbergschule eine Spende von 500 Euro zu, die für die Umsetzung weiterer Projekte eingesetzt werden kann.

Als Einstieg in die inhaltliche Arbeit gab das Projektteam eine Übersicht über den Stand der Netzwerkarbeit sowie über anstehende Termine und Angebote. Seit Herbst 2010 beschäftigen sich die Modellschulen mit dem Thema Kinderrechte an der Schule, haben eigene undefinedKonzepte zur Umsetzung entwickelt und erproben ihre Ziele derzeit im Schulalltag. Ein weiteres Schuljahr werden die Schulen durch Makista dabei begleitet – in halbjährlichen Auswertungs- und Beratungsgesprächen, durch Fortbildungsangebote und Hospitationsfahrten, undefinedMaterialien und die Organisation der Netzwerktreffen.

Für eine erfolgreiche und vor allem systematische Umsetzung der Kinderrechte an Schulen sind verschiedene inhaltliche und organisatorische Einzelbestandteile wichtig. Als Arbeitsgrundlage für die Projektumsetzung an der eigenen Schule stellte Makista das undefined„Haus der Kinderrechte“ vor. Die Grafik stellt vereinfacht dar, an welchen Themen und Maßnahmen, bezogen auf die Kinderrechte, sich die Verwirklichung gesetzter Ziele im Schulalltag orientieren kann: Wissen und Kompetenzen, Lern- und Schulkultur, Schulprogrammarbeit, Organisation und Kom-munikation, Partner und Transfer. In einer intensiven Arbeitsphase evaluierten und reflektierten die Schul-Teams die Projektumsetzung an ihrer Schule und gestalteten ihr spezielles „Haus der Kinderrechte“. Als Wandzeitung neben dem schuleigenen Zielplakat aufgehängt wurde in einer Marktrunde für alle sichtbar, was die anderen Schulen schon umsetzen, wo es Stolpersteine und Gemeinsamkeiten gibt.

Nach einem Mittagessen in der Schul-Kantine, in der Schüler für ihre Mitschüler kochen, kamen die Teilnehmer gestärkt in den Nachmittag. In einer Austauschrunde im Plenum wurde zusammengetragen, welche Ideen und Ansätze die Teilnehmer aus der Reflexionsphase mit dem „Haus der Kinderrechte“ sammeln konnten. Bedarf und Diskussionen gab es hauptsächlich rund um das Thema Kommunikation: Wie kommen Informationen zur Arbeit des Schulkoordinationsteams ins eigene Kollegium und in die Schulgemeinschaft? Welches Kinderrechte-Profil hat die gesamte Schule und wie erfahren die Öffentlichkeit und Partner aus der Kommune davon? Diese für die systematische Implementierung wichtigen Fragen werden in das Programm des nächsten Netzwerktreffens im Herbst 2011 aufgenommen. Außerdem stellt das Projektleitungsteam Tipps zur Gestaltung der Öffentlichkeitsarbeit auf der Projekt-Homepage zur Verfügung.

Was die Themen Demokratieerziehung und Kinderrechte gemeinsam haben und wie man durch beteiligungsorientierte Methoden eine positive Kommunikations- und Konfliktkultur an der Schule erreichen kann, zeigte Sonja Student in ihrem undefinedInputvortrag „Kinderrechte und Klassenrat. Wissen, Kompetenzen, Lern- und Schulkultur“. Wenn der Klassenrat, als basisdemokratisches Gremium der ganzen Klasse, fest in der Schulstruktur verankert ist, lernen Kinder und Jugendliche die Menschen- und Kinderrechte als gelebtes Miteinander von Anfang an kennen. Sie bekommen ihre Rechte auf altersgemäße Beteiligung, auf Meinungsfreiheit und auf bestmögliche Bildungsförderung hier konkret gewährt. Gekoppelt mit einer systematischen Schulung von Kommunikations-, Konflikt- und Präsentationsfähigkeiten, wirkt er sich positiv auf den Fachunterricht und die gesamte Lernkultur an der Schule aus. Als gutes Beispiel stellte Sonja Student das Systematische Lernkompetenztraining (SyLT) der Erich Kästner Realschule plus aus Rheinland-Pfalz vor. Um das Programm der Schule näher kennenzulernen sind die Modellschulen für Kinderrechte dort zu einer Hospitation am 25.5.2011 eingeladen. Wie der Klassenrat systematisch an der Schule Fuß fassen kann und welche Einzelbestandteile und Fragen im Schulalltag dazu eine Rolle spielen, wurde abschließend anhand der Ebenen im „Haus der Kinderrechte“ dargestellt - ein weiterer Impuls für die Diskussion zum Ende des Tages.

Mit einem großen Motivationsschub, mit Struktur für die kommende Arbeit sowie dem Bedürfnis nach weiterem Austausch, Fortbildungen und Trainings gehen die Teilnehmer aus dem Fortbildungstag. Auch das Abschlussfoto der Gruppe zeigt: Netzwerkbildung lohnt sich!

Weitere Informationen

undefinedProgramm

undefinedPräsentation "Projektstand und nächste Schritte" (Makista e.V.)

undefinedPräsentation Inputvortrag "Kinderrechte und Klassenrat" (Sonja Student)

undefinedÜbersicht Projektstand

undefinedGrafik "Haus der Kinderrechte"

Impressionen