Hospitation zum Thema Klassenrat und systematisches Lernkompetenz Training (SyLT)
Am 25. Mai 2011 fand zu den Themen Klassenrat und SyLT eine Hospitation an der Erich Kästner Realschule plus in Ransbach-Baumbach für sieben Lehrkräfte aus den Schulen des „Modellschul-Netzwerks für Kinderrechte Rhein-Main“ statt. Sie erhielten Einblick in die Klassenratssitzung einer 5. und einer 8. Klasse sowie in ein Kompetenztraining (KT) in einer 5. Klasse. Im Anschluss wurde die Konzeption der Erich Kästner Schule genauer vorgestellt und die Lehrkräfte hatten die Möglichkeit sich zum Klassenrat und SyLT am Beispiel der weiterführenden Schule auszutauschen.
Alle Hospitationsgäste besuchten zunächst die KT-Stunde einer 5. Klasse. Diese demonstrierte am Beispiel des „Forscher-Spiels“ wie sie trainieren Vermutungen oder Meinungen zu äußern, anderen zuzuhören und Vorträge zu halten. Im Klassenrat der 5. Klasse zeigte sich welche Schwierigkeiten auftreten können, wenn er in einer Klasse neu eingeführt wird. In der 8. Klasse war der Klassenrat eingespielter und so zeigten die Schüler wie dieser gut funktionieren kann - sie lösten Konflikte untereinander, planten Projekte und sagten ihre Meinung zur Gestaltung des Schul- und Unterrichtsalltags. Dies verdeutlichte, dass der Klassenrat nicht statisch ist. Er muss sich entwickeln können und mit der Zeit verändern dürfen.
Nach einer Mittagspause wurde die Konzeption der Erich Kästner Schule genauer vorgestellt: Diese setzt sich zusammen aus Klassenrat, Schülerparlament und SyLT. Diese einzelnen Elemente greifen ineinander und sorgen durch respektvollen und freundlicheren Umgang unter Kindern und zwischen Kindern und Erwachsenen für ein verbessertes Schulklima. Klassenrat, Stufenparlamente, Schülerparlament mit Klassenräten bilden dabei die Basis. Hier können die Schüler in Dialog miteinander treten. Durch das Stufenparlament und das Schülerparlament können Dinge die die Schulgemeinschaft betreffen an alle Schüler und Lehrer weitergetragen und bearbeitet werden. Innerhalb dieser demokratischen Gremien können die Schüler soziale wie auch kommunikative Kompetenzen entwickeln und auch Methoden und Regeln des SyLT aufgreifen und umsetzen.
Die Erich Kästner Schule begreift SyLT als Grundlage für alles weitere Lernen und baut dieses beginnend mit der Jahrgangsstufe 5 durch eine wöchentliche KT-Stunde systematisch auf und aus. Vor allem personale, soziale, kommunikative und methodische Kompetenzen der Schüler werden dabei gefördert. Die Schüler erlernen z.B. Begründungen zu geben, Gesprächsrituale einzuhalten, Vorträge halten zu können oder Meinungen zustimmen, widersprechen, ergänzen zu können. Basiskompetenzen also, die den Schülern helfen an Unterricht und späterem Alltags- und Arbeitsleben erfolgreich teilzuhaben. In Jahrgangsstufe 7-10 wird die KT-Stunde in den Fachunterricht integriert. Einen weiteren Baustein des SyLT-Ansatzes bildet die tägliche Lernkompetenzstunde (LKS) für alle Schüler. Durch den Unterricht in Blöcken (3 Blöcke à 80 Minuten) und das Wegfallen der Wechselpausen bleiben 35 Minuten für die LKS. In dieser Zeit sollen die Schüler ihr Lernen eigenständig strukturieren und organisieren. An individuellen Schwachpunkten kann gearbeitet werden und da die LKS für alle Schüler zur gleichen Zeit stattfindet, können sie in Klassen oder Stufen übergreifenden Gruppen zusammenarbeiten. Ein großer Gewinn ist, dass auch der Fachunterricht durch die Förderung der Lernkompetenz gestärkt wird.
Klassenrat sowie SyLT trägt zu einer kindergerechten und somit auch zu einer Schule im Sinne der Kinderrechte bei. Die Schüler können an der eigenen Alltagswirklichkeit teilhaben, sie dürfen mitbestimmen und ihre Individualität wird geachtet.





