Aktueller Newsletter (September 2011)
Kurzkonzept des Projekts (Power-Point-Präsenation)
Kurzkonzept des Projekts (PDF)
FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Projekt
Aktivitätsbericht 2010/2011 zur Projekthalbzeit (PDF)
Modellschul-Netzwerk für Kinderrechte Rhein-Main
Es gibt sie schon seit 20 Jahren, doch in deutschen Schulen sind sie immer noch zu wenig bekannt: die weltweit gültigen Menschenrechte für Kinder, wie sie in der UN-Kinderrechtskonvention von 1989 festgeschrieben sind. Mit dem ersten regionalen Schulnetzwerk für Kinderrechte in der Region Rhein-Main wollen die Ann-Kathrin-Linsenhoff-UNICEF-Stiftung (Projektträgerin), UNICEF Deutschland und der Verein „Macht Kinder stark für Demokratie!“ einen Beitrag dazu leisten, dass Kinder, Lehrkräfte und Eltern die Kinderrechte kennenlernen und leben. Das bedeutet: Alle Kinder wissen über ihre Rechte Bescheid und übernehmen selbst Verantwortung dafür, dass sie an ihrer Schule und darüber hinaus umgesetzt werden. Toleranz, Chancengleichheit und Vorrang des Kindeswohls – wichtige Grundgedanken der Kinderrechtskonvention – werden so fest im Schulalltag verankert. Schirmherrin ist die hessische Kultusministerin Dorothea Henzler. Unterstützung erhält das Vorhaben von der "Stiftung Flughafen Frankfurt/Main für die Region".
Zehn Modellschulen für Kinderrechte
Zehn
„Modellschulen für Kinderrechte“ (3. bis 6. Klasse) in der Region Rhein-Main arbeiten ab dem Schuljahr 2010/2011 zwei Jahre lang in einem regionalen Netzwerk zusammen, mit dem Ziel, die „Rechte der Kinder“ in ihr Schulprofil zu integrieren. Gleichzeitig entwickeln alle an der Schule Beteiligten Aktivitäten, um die Kinderrechte in der Schule umzusetzen. Ziel des Projekts ist es, Standards für kindergerechte Schulen zu erarbeiten. Als umfassender Begriff stehen die Kinderrechte hierbei für eine Schulkultur, in der demokratische Werte, gegenseitiger Respekt und Verantwortungsübernahme vermittelt werden. Kinder sollen dadurch ermutigt werden, sich mit Schlüsselthemen demokratischen Zusammenlebens in Deutschland und anderswo auseinanderzusetzen und selsbt Initiativen zu entwickeln, zum Gesellschaft und Schule mitzugestalten. Ein Team aus pädagogischen Fachkräften und Künstlern unterstützt die Schulen bei der Umsetzung der Kinderrechte im Schulalltag. Das Projekt wird außerdem von einem
Fachbeirat unter Leitung von Prof. Lothar Krappmann, gewähltes Mitglied im UN-Kinderrechteausschuss, begleitet.
Zum Start im September erhalten alle Beteiligten eine
Praxismappe mit Arbeitsblättern für Schülerinnen und Schüler sowie pädagogischen Hilfestellungen für die Lehrkräfte, die an den Schulen erprobt und weiterentwickelt werden. Im Anschluss an die Auftaktveranstaltung legen die Schulen ihre thematischen Schwerpunkte für die Arbeit im Modellprojekt fest. Hierfür können Sie neben der Arbeit im Schulalltag aus einem
Fortbildungsangebot der Projektpartner wählen oder mit schuleigenen Partnern arbeiten. Über ihre Projektergebnisse tauschen sie sich in regelmäßigen Netzwerktreffen aus. Dadurch lernen sie voneinander und profitieren zugleich vom Wissen außerschulischer Experten. Die Schulen werten ihre Projekte und Entwicklungsprozesse aus und erarbeiten gemeinsam Standards für kindergerechte Schulen. In der Transferphase des Projekts entwickeln die Netzwerkschulen schuleigene Fortbildungsveranstaltungen „Schulen lernen von Schulen“, in denen sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen an andere Schulen der Region oder in anderen Bundesländern weitergeben. Begleitet durch die Fachbetreuer des Schulnetzwerks stellen sie ihre Projekte und Themen-Schwerpunkte vor und beraten die Gastschulen.
Kinderrechte aktiv gestalten
Im Rahmen des Modellprojekts lernen alle an Schule Beteiligten die Kinderrechte kennen und entwickeln gemeinsam Aktivitäten zu deren Umsetzung. Dazu gehören zum Beispiel:
- gezielte Fortbildungen der Lehrkräfte und Kinder
- Gestaltung eigener Unterrichtsstunden durch die Kinder mit Hilfe von Werkstattmaterialien
- spielerische Umsetzung einzelner Kinderrechte in Workshops mit Künstlern und Pädagogen
- Planung und Durchführung einer fächerübergreifenden Projektwoche (schulintern und über die Schule hinaus)
- Einführung von Beteiligungsformen wie dem Klassenrat
- bürgerschaftliches Engagement für andere Kinder in der Gemeinde oder für Kinder in Entwicklungsländern und Krisengebieten
Mehrwert für die Schulen
Menschenrechte und Demokratie gehören laut EU, Europarat und OECD zu den Erziehungs-Leitzielen im 21. Jahrhundert. Für viele Kinder ist Schule der einzige Ort, an dem sie mit diesen Werten in Berührung kommen und einen „demokratischen Habitus“ (Prof. Wolfgang Edelstein) erwerben können. Beim Lernen in sozialen Projekten erfahren die Kinder Anerkennung. Sie erleben, dass sie etwas bewirken können und lernen Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Eine kindgerechte Schule bietet Kindern Sicherheit, Schutz, Förderung und Gelegenheit zur Beteiligung. Damit schafft sie ein gutes Beziehungsklima für alle.
Teilnahme am JuniorBotschafter-Wettbewerb
Ein besonderer Höhepunkt für die Schulen ist die Teilnahme am UNICEF Wettbewerb „JuniorBotschafter für Kinderrechte“. Hier können Schulprojekte eingereicht werden – den Gewinnern winkt eine Einladung zur feierlichen Preisverleihung in die Frankfurter Paulskirche. Mehr Infos dazu
hier oder unter www.juniorbotschafter.de
Ausblick und Ziele
Im Projektzeitraum sollen folgende Ergebnisse erreicht werden:
- Alle an Schule Beteiligten kennen die Kinderrechte
- Die Modellschulen entwickeln Kinderrechtsprojekte und verankern die Kinderrechte im Schulprogramm und in ihrem Leitbild
- Das Schulnetzwerk ist fest als regionales Austauschforum von Kinderrechteschulen etabliert
- Werkstattmaterialien zu den Kinderrechten für den Einsatz im Unterricht wurden durch die Schulen erprobt und von dem Fachbeirat weiterentwickelt
- Standards für kindergerechte Schulen in Deutschland wurden erarbeitet,
erprobt und evaluiert
Ihre Erfahrungen sollen die Modellschulen unter dem Motto "Schulen lernen von Schulen" an andere weitergeben - im Rahmen von Fortbildungen zu ihrem Kinderrechte-Schwerpunkt. Ziel des Modellprojekts ist es auch, zukünftig weitere Netzwerke von Kinderrechteschulen in der Modellregion sowie in anderen Bundesländern aufzubauen und Standards für Kindergerechtigkeit als Qualitätsmerkmal guter Schulen in den Ländern zu verankern. Dies unterstützt die Etablierung einer demokratischen Schulkultur und damit die Nachhaltigkeit des Modellprojekts.


